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Russlands Weizenernte 2023: Prognose sinkt auf 88,9 Mio. Tonnen

Die russische Weizenernte steht vor Herausforderungen: Aufgrund einer verringerten Anbaufläche hat das Moskauer Forschungszentrum für Agrarökonomie, Sovecon, seine Prognose für die bevorstehende Ernte auf 88,9 Millionen Tonnen gesenkt. Ursprünglich war im Mai noch von 90,3 Millionen Tonnen die Rede. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden rund 91 Millionen Tonnen eingefahren.

Rückgang bei Sommerweizenflächen

Die Reduzierung der Schätzung ist auf eine kleinere Anbaufläche zurückzuführen, die nun auf 25,8 Millionen Hektar geschätzt wird. Dies stellt die kleinste Fläche seit 2014 dar, als 25,2 Millionen Hektar bewirtschaftet wurden. Noch im Mai hatte Sovecon eine Fläche von 26,4 Millionen Hektar prognostiziert. Besonders beim Sommerweizen sind Rückgänge zu verzeichnen; hier hat sich die Anbaufläche von zuvor 10,5 auf jetzt 9,9 Millionen Hektar verringert.

Während der Winterweizen mit einer konstanten Fläche von 15,9 Millionen Hektar stabil bleibt, gibt es positive Nachrichten bei anderen Getreidesorten. Bei Gerste wird mit einer erhöhten Ernte von 18,8 Millionen Tonnen gerechnet, gegenüber den vorherigen Schätzungen von 18,3 Millionen Tonnen. Die Prognose für Körnermais bleibt bei stabilen 14,6 Millionen Tonnen. Insgesamt wurde jedoch die Vorhersage für die Produktion von Getreide und Hülsenfrüchten von 137,4 auf 135,2 Millionen Tonnen reduziert.

Mögliche Auswirkungen auf den Exportmarkt

Trotz der reduzierten Weizenproduktion sieht SovEcon-Chef Andrey Sizov keine negativen Folgen für den Exportmarkt. Die regionale Struktur der Produktion sei entscheidend. Insbesondere in Südrussland wird ein deutlicher Anstieg der Weizenproduktion erwartet – von 31,9 Millionen Tonnen im Vorjahr auf nunmehr 37,4 Millionen Tonnen, was einem Zuwachs von 17% entspricht. Dies könnte trotz einer insgesamt geringeren Ernte den Druck auf den globalen Weizenmarkt erhöhen und zu einer verbesserten Verfügbarkeit für Exporte führen.

Das Analysezentrum Rusagrotrans hat unterdessen seine Prognose für Russlands Weizenexporte im Wirtschaftsjahr 2025/26 konkretisiert. Es wird erwartet, dass Russland 47,7 Millionen Tonnen exportieren wird – ein Anstieg im Vergleich zu 42,2 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die derzeitige Hitzewelle in Frankreich sowie ähnliche Bedingungen in Deutschland und anderen Teilen Europas beeinträchtigen nicht nur die Menge der dortigen Ernten sondern auch deren Qualität. Diese Faktoren könnten die Nachfrage nach russischem Getreide auf dem internationalen Markt weiter ankurbeln.