Die Einführung der neuen Lemken Saphir XMR markiert einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung mechanischer Sämaschinen, die nun verstärkt auf Elektronik setzen. Mit einer Arbeitsbreite von 3 Metern und einem elektrischen Dosiersystem hebt sich diese Maschine deutlich von ihrer Vorgängerin, der Saphir 10, ab. Trotz des klassischen Säprinzips integriert Lemken moderne Technologien und folgt damit dem Trend, den Konkurrenten wie Horsch, Amazone und Kuhn bereits beschreiten.
Elektronische Optimierungen in der Landwirtschaft
Die Saphir XMR zeichnet sich durch ein innovatives Dosiersystem aus, bei dem die Dosierräder werkzeuglos entnommen werden können. Diese Neuerung verspricht eine vereinfachte Handhabung bei Saatgutwechsel und Wartung. Zudem ist die Maschine mit einem doppelseitigen elektrischen Antrieb ausgestattet, der es ermöglicht, Saatgut effizienter zu verteilen. Dies könnte nicht nur Überlappungen reduzieren, sondern auch dazu beitragen, Kosten zu sparen.
Ein weiteres Highlight des Modells ist die Halbseitenschaltung, die besonders auf Teilflächen oder unregelmäßigen Schlägen von Vorteil ist. Die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Feldbedingungen wird durch die Kombination mit den Kreiseleggen Zirkon EMR und Zirkon XMR unterstützt. Letztere bietet zusätzlich ein Zweigangschaltgetriebe mit werkzeugloser Rotordrehzahl-Einstellung.
Anpassungsfähige Sätechnik für unterschiedliche Bodenverhältnisse
Lemken setzt weiterhin auf das bewährte parallelogrammgeführte Doppelscheibenschar mit Andruckrolle für eine stabile Saatgutablage. Der Schardruck kann flexibel bis zu 45 Kilogramm eingestellt werden, um auch bei höheren Fahrgeschwindigkeiten konstante Ergebnisse zu erzielen. Die Reihenabstände bleiben mit 12,5 oder 15 cm unverändert.
Um längere Einsatzzeiten zu ermöglichen, bietet Lemken Behältervolumen von 900 bis 1.500 Litern an, wobei optional ein MultiHub mit 200 Litern zur Verfügung steht. Diese Anpassungen sind speziell für den Einsatz mit der leistungsstärkeren XMR-Kreiselegge konzipiert.
ISOBUS-Technologie für verbesserte Bedienbarkeit
In puncto Bedienung nähert sich die mechanische Sämaschine modernen Standards an: Das iQblue drill System basiert auf ISOBUS-Technologie, wodurch zentrale Funktionen digital gesteuert werden können. Während Ablagetiefe und Schardruck weiterhin mechanisch angepasst werden müssen, bieten digitale Lösungen Unterstützung bei Aufgaben wie Abdrehproben und Restmengenentleerungen.
Lemken präsentierte die Saphir XMR erstmals auf den DLG-Feldtagen. Obwohl genaue Preisangaben noch ausstehen, soll die Verfügbarkeit zur Frühjahrssaison 2027 gesichert sein. Diese neue Generation mechanischer Sämaschinen zeigt deutlich: Auch traditionelle Techniken werden durch gezielte elektronische Ergänzungen zukunftsfähig gemacht.

