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Vion-Rückzug: Tönnies und Westfleisch dominieren deutschen Markt

Im Jahr 2025 erlebte die deutsche Schlachtbranche einen signifikanten Wandel. Die Interessengemeinschaft Schweinehalter Deutschlands (ISN) hebt hervor, dass der Rückzug des niederländischen Unternehmens Vion vom deutschen Markt ab Anfang 2024 für eine umfassende Umstrukturierung sorgte. Vion, einst drittgrößter Schweineschlachthofbetreiber in Deutschland, verließ den Markt, was neue Akteure dazu bewegte, in die entstandene Lücke vorzustoßen.

Stabile Schweineschlachtungen trotz Rückgang der Importe

In Deutschland wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 44,91 Millionen Schweine geschlachtet, was einem leichten Anstieg von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auffällig ist jedoch der Rückgang bei den Importschlachtungen, die um 43,2 Prozent auf 760.000 Tiere sanken. Die abnehmenden Zukäufe aus dem Ausland könnten auf die verstärkte Konzentration auf heimische Bestände zurückzuführen sein.

Tönnies und Westfleisch dominieren weiterhin

Die Konzentration im Markt der deutschen Schweineschlachthöfe nimmt weiter zu. Tönnies und Westfleisch behaupten ihre führenden Positionen mit einem gemeinsamen Marktanteil von 46,4 Prozent. Während Tönnies mit 13,30 Millionen Schlachtungen und einem Anteil von 29,6 Prozent an erster Stelle steht, hat Westfleisch mit einem Plus von 9,1 Prozent und nunmehr 7,53 Millionen Schlachtungen seine Position gestärkt.

Kartellamt verhindert Übernahme durch Tönnies

Tönnies‘ Versuche zur Expansion wurden durch das Eingreifen des Bundeskartellamts gebremst. Das Amt untersagte die Übernahme der Vion-Schlachtstandorte im Juni 2025 mit der Begründung, eine marktbeherrschende Stellung verhindern zu wollen. Diese Entscheidung zeigt die Bemühungen der Behörde, eine übermäßige Marktkonzentration zu verhindern.

Konsolidierung im Osten und Süden Deutschlands

Laut ISN-Marktanalyst Klaus Kessing zeigt sich die Konsolidierung regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Besonders im Nordwesten bleibt die Struktur stabil und konzentriert. Die Schließung des Fleischcenter Perleberg bringt jedoch logistische Herausforderungen für den Nordosten mit sich und verlängert Transportwege für Erzeuger erheblich.

Im Süden gab es infolge gescheiterter Übernahmen durch Tönnies ebenfalls bedeutende Veränderungen. Neue Käufer übernehmen Standorte: Buchloe und Waldkraiburg gehen an irische und europäische Unternehmen; Crailsheim wird von Boeser Frischfleisch übernommen. Dies wird als positiv bewertet, da es eine weitere Konzentration verhindert.

Zukunftssicherung durch Rohstoffsicherung

Die Sicherstellung von Rohstoffen steht zunehmend im Fokus der neuen Betreiber wie Boeser Frischfleisch in Crailsheim. Laut Kessing wird dies auch zukünftig ein zentrales Thema bleiben angesichts geschrumpfter Schweinebestände in den letzten Jahren. Stabilere Bestände in jüngster Zeit bieten Hoffnung auf langfristige Verträge und einen Fokus auf regionale Herkunft.

Zusammenfassend zeigt sich ein dynamischer Markt inmitten struktureller Veränderungen, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen birgt.