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Asiatische Hornisse breitet sich aus: Gefahr für Bienen in Deutschland

Die Verbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) stellt zunehmend eine Bedrohung für Honig- und Wildbienen in Deutschland dar. Ursprünglich aus Asien stammend, wurde diese invasive Art erstmals 2004 in Frankreich gesichtet. Seitdem hat sie sich kontinuierlich über den europäischen Kontinent ausgebreitet und ist mittlerweile in 16 Ländern zu finden. Besonders stark betroffen sind Frankreich und Spanien, wo die Hornisse trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen weit verbreitet ist. In Deutschland wurde sie erstmals 2024 entdeckt und hat inzwischen vor allem in Westdeutschland Fuß gefasst, wie ein aktueller Fund eines Nests in Hannover-Bothfeld zeigt.

Merkmale der Asiatischen Hornisse

Die Asiatische Hornisse ist mit einer Körperlänge von rund 24 Millimetern etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse. Auffällig sind ihr überwiegend schwarzer Körper mit gelben Ringen am Hinterleib sowie die charakteristischen gelben Beine, die ihr den englischen Namen „Yellow-legged Hornet“ eingebracht haben. Im Frühjahr gründet die Königin allein ein Nest und zieht die ersten Arbeiterinnen heran, während im Herbst zahlreiche Jungköniginnen schlüpfen, um im nächsten Jahr neue Nester zu errichten.

Lebensraum und Nestbau

Die Gründung eines Nestes erfolgt zunächst in Form eines Primärnests an geschützten Orten wie Hecken oder Dachüberständen. Im Laufe des Sommers wird häufig ein Sekundärnest in hohen Bäumen gebaut, das tausende Hornissen beherbergen kann. Obwohl einzelne Tiere auf Nahrungssuche meist nicht aggressiv sind, verteidigen Arbeiterinnen ihr Nest vehement gegen Störungen wie Gartenarbeiten.

Bedrohung für Insektenvielfalt

Im Gegensatz zur Europäischen Hornisse bildet Vespa velutina größere Völker und erlegt jährlich etwa elf Kilogramm Insekten zur Ernährung ihrer Larven. Besonders Honigbienen werden Opfer dieser Jagdmethoden, da die Hornissen vor den Bienenstöcken patrouillieren und Bienen im Flug fangen. Dies führt in Regionen mit hoher Hornissendichte zu erheblichen Verlusten bei Imkern – bis zu 30 Prozent der Bienenvölker können betroffen sein. Auch andere Bestäuber wie Wildbienen fallen den Räubern zum Opfer.

Die Situation in Deutschland

Trotz ihrer Etablierung seit 2025 gelten laut EU-Recht keine Pflichtmaßnahmen zur Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse in Deutschland mehr. Die westlichen Bundesländer konzentrieren sich stattdessen auf Präventionsmaßnahmen wie Prämien für entfernte Nester und Schulungen für Imker.