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Rapsverbrauch übersteigt Produktion 2026/27: Rückläufige Bestände erwartet

Die Nachfrage nach Raps steigt weltweit weiter an, was Prognosen zufolge im Wirtschaftsjahr 2026/27 zu einem Verbrauch führen könnte, der die Produktion übersteigt. Während einige Schätzungen darauf hinweisen, dass die globalen Vorräte sinken werden, gibt es auch optimistischere Einschätzungen zur Versorgungslage.

Prognosen zur globalen Rapsproduktion

Nach einer Analyse des Internationalen Getreiderates (IGC) wird die weltweite Rapserzeugung im Jahr 2026/27 auf etwa 94,3 Millionen Tonnen geschätzt. Diese Zahl bleibt im Vergleich zur vorherigen Schätzung stabil, bedeutet jedoch einen Rückgang von etwa 600.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Die Anbauflächen könnten in einigen Regionen leicht ausgeweitet werden, jedoch werden die Erträge voraussichtlich niedriger ausfallen, besonders in Europa, der Schwarzmeerregion und Teilen Asiens.

EU erwartet Zuwachs in der Rapsernte

In der Europäischen Union wurden die Produktionsaussichten leicht nach oben korrigiert. Es wird erwartet, dass die Ernte auf rund 20,3 Millionen Tonnen ansteigt, was einer Steigerung um etwa 200.000 Tonnen entspricht. Diese Entwicklung könnte die EU erneut an die Spitze der Rapsproduzenten weltweit bringen. Insbesondere Deutschland, Polen und Rumänien tragen zu dieser positiven Prognose bei. Auch in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten wird ein Anstieg auf einen neuen Höchststand von 11,8 Millionen Tonnen prognostiziert.

Kanadas Rückgang trotz größerer Anbauflächen

Trotz erweiterter Anbauflächen wird in Kanada eine geringere Produktion von 19,8 Millionen Tonnen erwartet. Dies ist eine Reduzierung gegenüber den vorhergesagten 20 Millionen Tonnen im April und resultiert aus einer Rückkehr zu durchschnittlichen Erträgen.

Anstieg des weltweiten Rapsverbrauchs

Laut IGC-Prognosen könnte der globale Verbrauch im Jahr 2026/27 mit 95,5 Millionen Tonnen einen neuen Rekord erreichen – ein Plus von 200.000 Tonnen gegenüber früheren Schätzungen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie sowie eine zunehmende Nutzung von Rapsöl für Biodiesel und erneuerbaren Diesel insbesondere in Europa und Nordamerika.

Sinkende Endbestände und schwächerer Handel

Trotz des steigenden Verbrauchs könnten die Endbestände weltweit auf 8,5 Millionen Tonnen zurückgehen, was den niedrigsten Stand seit fünf Jahren darstellt. Besonders in Exportländern wie Kanada und Australien ist ein Bestandsabbau zu beobachten. Der internationale Handel mit Raps könnte sich ebenfalls abschwächen; Exporte werden unverändert bei 18 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Fünfjahrestief entspricht.

Divergierende Einschätzungen zwischen IGC und USDA

Einen kontrastierenden Ausblick bietet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA), das für 2026/27 eine Rekordernte von 96,9 Millionen Tonnen vorhersagt – rund 2,6 Millionen Tonnen mehr als vom IGC erwartet. Das USDA sieht auch die Endbestände bei 12,3 Millionen Tonnen, was auf einen weiteren Aufbau hindeutet. Beide Institutionen stimmen zwar hinsichtlich hoher Verarbeitungskapazitäten überein, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Bewertung des Versorgungspuffers.

Letztlich bleibt der globale Rapsmarkt stark nachgefragt und könnte sensibel auf Veränderungen in Ertrag und Wetterbedingungen reagieren.