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Steigende Temperaturen: Zikadenwarnung für Rübenbauern beachten

In Baden-Württemberg sind die ersten Schilf-Glasflügelzikaden in Monitoringklebefallen für Zuckerrüben aufgetaucht, wenn auch nur vereinzelt. In den meisten Regionen wurden noch keine dieser Schädlinge entdeckt, wie Berater vom Landwirtschaftsamt Ludwigsburg berichten. Das kühle Wetter hat bisher die Entwicklung der Zikaden verlangsamt. Insektizidbehandlungen ohne amtlichen Warndienstaufruf sind nicht erlaubt und zudem ineffektiv. Doch mit dem angekündigten Temperaturanstieg ist in wärmeren Gebieten mit einer Zunahme des Zikadenflugs zu rechnen.

Regulierung des Einsatzes von Notfall-Insektiziden

Für Zuckerrüben stehen elf Notfall-Insektizide bereit. Diese dürfen jedoch nur nach einem offiziellen Warndienstaufruf eingesetzt werden, der bislang in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz noch nicht erfolgt ist. Landwirte sollten daher aufmerksam auf Ankündigungen der Offizialberatung achten, bevor sie Maßnahmen ergreifen.

Das Landwirtschaftsamt Ludwigsburg empfiehlt für den Einsatz von Insektiziden auf drainierten und nicht-drainierten Flächen spezifische Mittel: Acetamiprid (0,25 l/ha) kombiniert mit Mavrik Vita (0,2 l/ha) oder Sivanto prime (0,25 l/ha) zusammen mit Karate Zeon (0,075 l/ha). Auf drainierten Flächen sollte Karate Zeon erst ab einem bestimmten Wachstumsstadium angewendet werden.

Detaillierte Übersicht über zugelassene Wirkstoffe

Eine vollständige Liste der Notfallzulassungen für 2026 zeigt die verfügbaren Produkte nach Wirkstoffen sortiert. Beispielsweise sind Acetamiprid-Produkte wie Danjiri und Mospilan SG für den Einsatz in Zuckerrüben und Futterrüben zugelassen. Jede Anwendung muss unter Einhaltung der empfohlenen Gewässerabstände erfolgen, um eine Abdriftminderung von mindestens 90 % zu gewährleisten.

Flupyradifurone ist ein weiterer Wirkstoff, bei dem Sivanto prime ausschließlich in Zuckerrüben verwendet wird. Die sehr lange Wartezeit von 90 Tagen ist hier besonders zu beachten. Deltamethrin-Produkte wie Decis forte und Polux bieten zusätzliche Alternativen, allerdings mit Einschränkungen hinsichtlich des Einsatzes auf drainierten Flächen.

Bedeutung des Bienenschutzes

Beim Einsatz dieser Insektizide spielt der Bienenschutz eine wesentliche Rolle. Viele Mittel sind in Solo-Anwendung als ungefährlich eingestuft, können aber in Mischungen bienengefährlich werden. Beispielsweise wird Carnadine 200 als B2 klassifiziert, während es in Kombinationen als B1 gilt.

Landwirte müssen stets die Anwendungsrichtlinien beachten und sich über aktuelle Entwicklungen informieren, um ihre Pflanzen bestmöglich zu schützen und gleichzeitig ökologische Standards einzuhalten.