Der Druck auf den Rindfleischmarkt hat in dieser Woche erneut zugenommen, da die Preise weiter gesunken sind. Die Schlachterlöse sind um 30 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) gesunken. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Tiefpunkt nun erreicht ist, obwohl die Situation angespannt bleibt. Auffällig ist, dass das Angebot an Lebendvieh je nach Vermarkter stark variiert und sich das Preisniveau im Süden weiterhin unter dem des Nordwestens befindet, ohne dass eine klare Erklärung dafür vorliegt.
Verantwortung des Lebensmitteleinzelhandels
Um den Markt zu stabilisieren, wäre es entscheidend, dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verstärkt auf Aktionen mit deutschem Rindfleisch setzt. Solange die Nachfrage nicht steigt, bleiben die Erzeugerpreise unter Druck.
Preiszuschläge für Haltungsform 3
Für Rindfleisch aus der Haltungsform 3 gibt es derzeit einen Aufschlag von 35 bis 40 Cent pro Kilogramm SG. Die 40 Cent könnten sich zunehmend als Standardaufschlag etablieren. Bei Jungbullen variiert dieser Zuschlag je nach Programm erheblich, weshalb es sich lohnt, die jeweiligen Konditionen genau zu prüfen.
Preisrelation zwischen Jungbullen und Schlachtkühen
Das Angebot an Schlachtkühen bleibt eher verhalten. Das Hauptproblem liegt jedoch in der Preisrelation: Für Schlachter ist es derzeit lukrativer, einen Jungbullen zu schlachten als eine schwere Kuh, da bei Jungbullen das sogenannte „fünfte Viertel“ mehr Erlös einbringt. Experten glauben dennoch, dass auch bei den Schlachtkühen der Tiefpunkt in den kommenden Wochen erreicht sein dürfte.
- Schlachterlöse: 30 Cent Rückgang pro kg SG
- Aufschlag Haltungsform 3: 35-40 Cent pro kg SG
- Tiefpunkt: Erwartet bei Jungbullen und Schlachtkühen
Letztlich bleibt der Rindfleischmarkt unter erheblichem Druck, und sowohl Produzenten als auch Händler hoffen auf eine baldige Stabilisierung durch verstärkte Nachfrageimpulse seitens des LEH.
