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VEZG senkt Schweinepreise trotz Grillsaison: WLV kritisiert scharf

Mit einem unerwarteten Schritt hat die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) den Schweinepreis um 10 Cent auf 1,60 €/kg Schlachtgewicht gesenkt. Diese Entscheidung trifft inmitten der beginnenden Grillsaison auf scharfe Kritik des Westfälisch Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV), der auf die Forderungen großer Schlachthöfe wie Tönnies und Westfleisch nach Preissenkungen hinweist. Die erneute Senkung folgt auf einen Preisabfall im vergangenen Oktober und bedeutet eine weitere Belastung für die Schweinehalter.

Herausforderungen für Schweinehalter

Der WLV vertritt die Ansicht, dass anstelle von Preissenkungen eine Preissteigerung erwartet worden wäre, um der steigenden Nachfrage während der Grillsaison gerecht zu werden. Der Präsident des WLV, Beringmeier, äußerte sich besorgt über die Forderungen der Schlachtunternehmen nach deutlichen Rabatten, die er als überzogen und ungerechtfertigt bezeichnete. Diese Entwicklung birgt das Risiko eines erheblichen Preisverfalls, was aus Sicht des Verbands untragbar ist.

Anhaltender Druck auf die Landwirtschaft

Der ständige Preisdruck stellt eine Bedrohung für die Existenz vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe dar und gefährdet zudem die lokale Wertschöpfung sowie die Produktion regionaler Lebensmittel. Der Verband fordert ein Umdenken in der Schlachtbranche, um langfristige Schäden abzuwenden. Sollte keine Kehrtwende in der Preisentwicklung stattfinden, kündigte Beringmeier an, sich noch stärker gegen diese Praktiken zu positionieren und den Unmut auch direkt bei den Schlachthöfen kundzutun.

Appell an die Schlachtbetriebe

Die Aufforderung zur Kurskorrektur richtet sich an alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette. Der WLV betont, dass ohne ein Einlenken der Schlachtbranche auch diese mit negativen Folgen rechnen müsse. Es wird erwartet, dass diese Problematik nicht nur kurzfristig betrachtet wird, sondern nachhaltige Lösungen gefunden werden, um sowohl den Markt als auch die Existenzen der Landwirte zu sichern.