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EU plant vereinfachte EUDR-Regeln für Kakao, Kaffee und Soja bis 2027

Die Europäische Union plant, die Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) zu überarbeiten. Ab dem 30. Juni 2027 müssen alle Unternehmen, die Produkte wie Kakao, Kaffee, Holz, Soja und Rinder in die EU importieren oder produzieren, die neuen Regelungen einhalten. Die angestrebten Änderungen zielen auf eine Vereinfachung der Vorschriften ab, um den administrativen Aufwand für Unternehmen um 75% zu verringern.

Vereinfachungen und ihre Grenzen

Trotz der geplanten Erleichterungen bleiben Zweifel an der tatsächlichen Entlastung für Landwirte bestehen. So sollen beispielsweise Lederprodukte aus dem Regelwerk ausgeschlossen werden, während Rinderzungen aufgenommen werden. Dies wirft Fragen auf, ob die Anpassungen den beabsichtigten Zweck erfüllen können.

Der EU-Kommission zufolge sollen insbesondere Klein- und Kleinstbetriebe von den Änderungen profitieren. Dazu zählen auch Privatwaldbesitzer und Landwirte als Einzelunternehmer. Diese könnten in Zukunft einfachere Identifikationsmethoden nutzen, wie Postanschriften oder Katasterdaten, anstelle genauer Geokoordinaten. Jedoch sind Ausnahmen vorgesehen: Nur wenn Adressen eindeutig einem Grundstück oder Stall zuzuordnen sind, ist diese Vereinfachung zulässig.

Kritik von Verbänden und Umweltschutzorganisationen

Verbraucher- und Umweltverbände kritisieren die vorgeschlagenen Änderungen scharf. Der Deutsche Bauernverband äußerte Enttäuschung darüber, dass trotz positiver Ansätze im Vorjahr die aktuellen Vorschläge hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Generalsekretärin Stefanie Sabet betonte, dass die grundsätzlichen Probleme der EUDR nicht gelöst werden und keine spürbare Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe erkennbar sei.

Auch Greenpeace äußerte Bedenken über den Ausschluss von Lederprodukten aus der Verordnung. Dies könnte nach Ansicht der Organisation negative Auswirkungen auf den Kampf gegen Entwaldung haben.

Hintergrund der Verordnung

Die im Jahr 2023 verabschiedete EUDR hat das Ziel, den Klimawandel zu bekämpfen und den Verlust der biologischen Vielfalt zu mindern. Die mit dem Konsum von Produkten wie Kakao, Kaffee und Palmöl verbundene Entwaldung soll reduziert werden. Kritiker befürchten jedoch, dass der bürokratische Aufwand unverhältnismäßig hoch ist und nur geringfügige Fortschritte bei der Eindämmung globaler Entwaldung erzielt werden können.

In Deutschland fehlen bislang konkrete Regelungen zur Umsetzung der neuen Vorschläge. Es bleibt abzuwarten, ob Brüssel effektive Maßnahmen zur Vereinfachung finden wird oder ob weitere Anpassungen notwendig sind.