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Niedersachsen stoppt Tiertransporte in den Nahen Osten wegen Sicherheitslage

Inmitten der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten hat Niedersachsen ein weitreichendes Verbot für Tiertransporte in und durch zahlreiche Länder dieser Region ausgesprochen. Betroffen von dieser Maßnahme sind unter anderem Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die Länder, in die keine Transporte mehr stattfinden dürfen, umfassen Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Syrien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch die palästinensischen Gebiete sind in das Verbot eingeschlossen. Diese Entscheidung wurde vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium per Erlass an die kommunalen Veterinärbehörden weitergeleitet.

Sicherheitslage beeinflusst Transportmöglichkeiten

Die niedersächsische Landesregierung hält die gegenwärtige Lage im Nahen Osten für äußerst unberechenbar. Staatssekretärin Frauke Patzke weist auf die verschärfte Situation hin, die durch Luftangriffe und militärische Gegenmaßnahmen innerhalb des Nahost-Konflikts hervorgerufen wird. Weiterhin erschweren gesperrte Lufträume in mehreren Ländern die Organisation der Transportwege erheblich. Unter diesen Bedingungen sei es laut Patzke faktisch nicht möglich, sichere und planbare Tiertransporte durchzuführen. Bereits im Jahr 2022 hatte Niedersachsen als Reaktion auf den Ukraine-Krieg Tiertransporte nach Belarus, Russland und in die Ukraine ausgesetzt. Das aktuelle Verbot ist eine Fortsetzung dieser Maßnahmen im Sinne des Tierschutzes und bleibt bis auf Weiteres bestehen.

EU-Tierschutzrichtlinien als Grundlage

Als rechtliche Basis für diesen Schritt dienen die europäischen Richtlinien zum Schutz von Tieren während des Transports. Diese fordern den Abbruch von Transporten, wenn Verletzungen oder unnötige Belastungen zu erwarten sind. Zudem müssen Transporte so geplant werden, dass sie möglichst kurz und ohne Verzögerungen erfolgen können. Das Ministerium erklärt jedoch, dass diese Vorgaben unter den aktuellen Bedingungen nicht eingehalten werden können. Die dynamische Kriegsentwicklung mache es unmöglich, Transportverläufe verlässlich zu planen oder später zu überprüfen.

Gefährdung des Tierwohls bei Verzögerungen

Besonders kritisch sieht das Ministerium das Risiko unvorhersehbarer Verzögerungen und Umleitungen während der Transporte. Solche Ereignisse könnten die Dauer der Transporte erheblich verlängern und damit das Risiko für Stress sowie Verletzungen der Tiere deutlich erhöhen. Angesichts dieser Gefahren hat Niedersachsen beschlossen, alle Tiertransporte in die betroffenen Regionen vorerst auszusetzen.