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Milchkuhbestand in der EU sinkt langsamer: Deutschland legt zu

Der europäische Milchkuhbestand zeigt 2025 weiterhin einen Rückgang, doch die Geschwindigkeit dieser Abnahme hat sich deutlich verlangsamt. Laut EU-Kommission wurden in den 27 Mitgliedstaaten rund 19,1 Millionen Milchkühe gezählt, was einem Rückgang von etwa 136.000 Tieren oder 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Verlangsamter Trend im Vergleich zu Vorjahren

Im vorherigen Zeitraum von 2023 auf 2024 war der Rückgang mit nahezu 3,5 % noch deutlich stärker ausgefallen. Seit 2016 setzt sich dieser negative Trend fort, jedoch ist die Abnahme in diesem Jahr weitaus moderater ausgefallen als in den Jahren zuvor.

Differenzierte Entwicklung innerhalb der EU-Staaten

Die Entwicklungen der Milchkuhbestände variieren erheblich zwischen den einzelnen Ländern. In zehn Mitgliedstaaten wurde ein Anstieg der Bestände verzeichnet, inklusive bedeutender Erzeugerländer. Deutschland führt mit fast 3,6 Millionen Tieren die Liste als Land mit dem größten Bestand an und konnte im Vergleich zu 2024 eine Zunahme um etwa 7.000 Tiere oder 0,2 % verbuchen. Gleichzeitig ging die Zahl der geschlachteten Kühe um 7,3 % zurück, was auf eine Anpassung der Bestandsaufbau-Strategien hinweist.

Zuwächse in mehreren Ländern

Neben Deutschland verzeichneten auch Italien mit einer Steigerung von 0,4 %, Irland mit 0,6 %, Belgien mit 0,8 %, Dänemark mit 1,0 %, Österreich mit 0,1 %, und Schweden mit einem Anstieg von 1,9 %. Besonders Luxemburg und Estland meldeten prozentual deutliche Zuwächse von jeweils 5,2 % und 2,3 %.

Bedeutende Verluste in Frankreich und anderen Regionen

Einen gegenläufigen Trend zeigt Frankreich mit einem Verlust von über 91.000 Kühen, was einem Rückgang von etwa 3,0 % entspricht. Die Reduktion ist auf strukturelle Anpassungen sowie politische Maßnahmen zur Senkung der Methanemissionen zurückzuführen und wurde durch Ausbrüche der Tierseuche „Lumpy Skin Disease“ (LSD) verschärft.

Auch Spanien war Ende des Jahres von LSD betroffen und erlebte einen Rückgang um 1,6 %. Um die Seuche einzudämmen, wurden in den betroffenen Grenzregionen umfangreiche Impfaktionen durchgeführt.

Sinkende Bestände in Osteuropa und den Niederlanden

Sowohl Polen als auch Tschechien mussten Verluste hinnehmen; Polen verlor rund 14.000 Kühe, während Tschechien einen Rückgang von insgesamt 4,8 % erlebte.

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