Die finanziellen Belastungen, die durch die Sanierung der Baywa entstanden sind, haben die beiden Hauptaktionäre bereits mit 550 Millionen Euro belastet. Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) rät den Banken, sich auf potenzielle weitere Verluste vorzubereiten.
Herausforderungen bei der Baywa-Sanierung
Anlässlich der Bilanzpressekonferenz des GVB wurde das Thema rund um die Herausforderungen bei der Sanierung des Agrarhandelskonzerns Baywa erneut aufgegriffen. Laut Handelsblatt berichtete der GVB über die Schwierigkeiten, die im Zuge der Sanierungsmaßnahmen auftauchten.
GVB-Präsident Stefan Müller äußerte sich besorgt darüber, dass die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken zusätzliche Abschreibungen auf ihre Kredite an die Baywa vornehmen müssen. Er empfiehlt den Banken, neben den bisherigen Abschreibungen einen zusätzlichen Sicherheitspuffer einzuplanen.
Niedrigerer Verkaufserlös als erwartet
Ein wesentlicher Grund für die finanzielle Schieflage ist, dass der geplante Verkaufserlös für das Tochterunternehmen Baywa r.e. deutlich unter den erwarteten 1,7 Milliarden Euro liegt. Müller betonte, dass das Thema für die 175 bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken noch nicht abgeschlossen sei. Diese Banken sind über die Bayerische Raiffeisen Beteiligungsgesellschaft (BRB) als größte Anteilseignerin direkt betroffen.
Finanzielle Unterstützung zur Vermeidung einer Insolvenz
Nach dem dramatischen Absturz der Baywa im Jahr 2024 haben die bayerischen Genossenschaftsbanken durch Kapitalerhöhungen und Kredite maßgeblich dazu beigetragen, eine Insolvenz abzuwenden. In den letzten zwei Jahren stellten sowohl die BRB als auch der österreichische Ankeraktionär Raiffeisen Agrar Invest insgesamt 550 Millionen Euro bereit.
Bayerische Banken stabil trotz Baywa-Krise
Trotz dieser Herausforderungen betonte Müller, dass selbst eine Verschlechterung der Situation bei Baywa nicht ausreichen würde, um eine bayerische Volksbank oder Raiffeisenbank in existenzielle Schwierigkeiten zu bringen. Die finanzielle Stabilität dieser Institute bleibt unangefochten.
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025
Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken verzeichneten im Geschäftsjahr 2025 ein positives Ergebnis mit einem operativen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 7,1 % entspricht. Das Ergebnis vor Steuern stieg ebenfalls leicht an und erreichte knapp über 1,8 Milliarden Euro.
Anstieg der Bilanzsumme und Kreditvergabe
Zudem wuchs die Bilanzsumme aller beteiligten Banken um 2,9 % beziehungsweise rund 6 Milliarden Euro auf insgesamt 216,4 Milliarden Euro. Auch im Bereich der Kreditvergabe gab es ein Wachstum von 3,8 % auf 147,7 Milliarden Euro, wobei langfristige Finanzierungen bevorzugt wurden.
Kreditvergabe an Firmenkunden langsamer als erwartet
Das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft stieg um 2,8 %, was jedoch langsamer war als in den Vorjahren. Alexander Leißl vom GVB führt dies auf konjunkturelle Schwächen und Zurückhaltung vieler Unternehmen zurück.
Dynamischer Anstieg im Privatkundengeschäft
Bedeutend dynamischer entwickelte sich hingegen das Privatkundengeschäft mit einem Anstieg der Kredite um 4,7 %. Besonders hervorzuheben ist hier das Wachstum bei Wohnungsbaukrediten: Mit einem Neugeschäftsvolumen von 17,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 erreichte man fast wieder das Niveau der Spitzenjahre von 2020 bis 2022.
