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Bayerns Spargelboom: Ernte wächst entgegen deutschem Trend

Der Spargelanbau in Deutschland hat in den letzten Jahren erhebliche Rückgänge verzeichnet. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verringerte sich die Erntemenge im Jahr 2025 um 9 %, während die Anbaufläche um 13 % und die Anzahl der Betriebe gar um 29 % gegenüber 2015 abnahm. Dennoch gibt es Lichtblicke in der deutschen Spargellandschaft, insbesondere in Bayern.

Bayern trotzt dem negativen Trend

Während viele deutsche Regionen Rückgänge bei der Spargelproduktion verzeichnen, zeigt sich Bayern als positive Ausnahme. Im Jahr 2025 stieg die Anbaufläche auf 3.889 Hektar, was eine deutliche Zunahme darstellt. Bayerische Landwirte ernteten insgesamt 20.696,5 Tonnen Spargel, ein Anstieg von 6,7 % gegenüber dem Vorjahr. In einem Zehnjahresvergleich zeigt Bayern eine Erhöhung der Erntemenge um 12,5 %, während andere wichtige Anbaugebiete rückläufige Zahlen aufweisen.

Spargelanbau in Niedersachsen und weiteren Regionen

Niedersachsen hingegen verzeichnete im Jahr 2025 mit etwa 19.893 Tonnen die geringste Ernte seit fast zwei Jahrzehnten, was einem Rückgang von 12 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies führte dazu, dass Niedersachsen erstmals nicht mehr das größte Anbaugebiet Deutschlands ist und von Bayern überholt wurde.

Auch Brandenburg kämpft mit sinkenden Zahlen: Im Jahr 2025 wurden dort auf etwa 3.400 Hektar rund 18.700 Tonnen geerntet, was einen Rückgang von 1.500 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Nordrhein-Westfalen meldete ebenfalls einen Rückgang der Erntemenge um 4,5 %.

Zunehmende Importe und frühere Spargelsaison 2026

Einer der Gründe für den Rückgang der heimischen Produktion liegt in den schrumpfenden Anbauflächen: Im Jahr 2025 wurden deutschlandweit nur noch 22.500 Hektar für den Spargelanbau genutzt – ein Minus von 1,5 % zum Vorjahr und 12,5 % weniger als 2015. Diese Entwicklung führt zu einem höheren Anteil an Importen: Im vergangenen Jahr wurden rund 24.500 Tonnen, also etwa ein Viertel der inländischen Produktion, importiert.

Trotz dieser Herausforderungen startet die Spargelsaison 2026 aufgrund milder Märzwetterbedingungen früher als üblich. Verbraucher können nach Ostern mit einer breiteren Verfügbarkeit des beliebten Gemüses rechnen. Zu Beginn der Saison sind Preise bis zu 20 Euro/kg für regionalen Spargel zu erwarten, während Discounter bereits günstigeren importierten Spargel anbieten.

Datenquelle: Destatis, Gartenbauverband Berlin-Brandenburg, VSSE, BVEO.

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