Für Rinderhalter in Deutschland beginnt das Jahr 2026 mit einem erfreulichen Anstieg der Preise. In der ersten Januarwoche steigen die Preise für Jungbullen, die von der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) veröffentlicht werden, auf ein Rekordhoch. Landwirte können nun für Jungbullen der Klasse R3 7,05 Euro pro Kilogramm erzielen, was einen Anstieg von 5 Cent im Vergleich zur vorherigen Notierung bedeutet.
Anhaltender Preisanstieg bei Schlachtkühen
Nicht nur die Jungbullenpreise erfreuen sich eines Aufwärtstrends, auch die Preise für Schlachtkühe haben sich leicht erhöht. Der VEZG-Preis für Kühe der Klasse O3 stieg ebenfalls um 5 Cent und liegt nun bei 5,75 Euro pro Kilogramm. Trotz dieses Anstiegs bleibt er hinter dem Höchstwert von 6,35 Euro pro Kilogramm aus dem Jahr 2025 zurück.
Im letzten Jahr sind die Preise für Schlachtkühe mehrmals gesunken, insbesondere im Herbst auf bis zu 5,5 Euro pro Kilogramm. Diese Entwicklung hängt mit einer Trendwende am Milchmarkt zusammen, die dazu führte, dass Milchviehhalter vermehrt Kühe zur Schlachtung gaben.
Knappe Angebotslage treibt Preise
Der Hauptgrund für die steigenden Preise ist das knappe Angebot am deutschen Schlachtrindermarkt. Die VEZG weist darauf hin, dass das Angebot zu Jahresbeginn nur knapp bedarfsdeckend ist. Dies führt dazu, dass sowohl die Preise für Jungbullen als auch für weibliche Schlachtrinder anziehen.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass dieses geringe Angebot auch langfristig den Preis von Rindern stützen wird. Neben Deutschland verzeichnen auch andere EU-Länder wie Frankreich und Spanien Rückgänge in ihrer Rinderproduktion.
Langfristiger Rückgang des Rinderbestands
Laut Daten der EU-Kommission sank die Rinderproduktion in Deutschland von Januar bis September 2025 um 6,8 %. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im langfristigen Trend wider: Der deutsche Rinderbestand nimmt kontinuierlich ab. Im November 2025 hielten Betriebe insgesamt 10,5 Millionen Rinder, darunter 3,6 Millionen Milchkühe. Im Vergleich zum Vorjahr sind das rund 0,4 % weniger Tiere.
Dieser Rückgang ist Teil eines langfristigen Trends. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich der Rinderbestand um 17,5 %, beziehungsweise 2,2 Millionen Tiere verringert. Diese strukturelle Angebotsverknappung könnte weiterhin Druck auf den Markt ausüben und die Preisentwicklung beeinflussen.
