Anzeige
 

Tierwohlstall-Finanzierung: Ernüchterung bei Landwirten

Die von der Politik zugesagten Mittel für den Umbau von Ställen hin zu mehr Tierwohl stehen nicht zur Verfügung. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer musste Ende vergangener Woche einräumen, dass die geplanten 1,5 Milliarden Euro im Haushalt 2025 ebenso fehlen wie im Etat des Folgejahres. Damit ist ein zentrales Koalitionsversprechen hinfällig geworden.

Noch im Juni hatte der CSU-Minister den Landwirten beim Bauerntag zugesichert, er werde sich mit Nachdruck für die zusätzlichen Gelder einsetzen. Ziel war es, den Betrieben finanzielle Sicherheit für Investitionen in tiergerechte Haltungsformen zu geben. Nun macht das Haushaltsdefizit von rund 30 Milliarden Euro einen Strich durch die Rechnung.

Die Reaktionen in der Landwirtschaft sind geprägt von Enttäuschung. Viele Tierhalter hatten fest mit den angekündigten Milliarden gerechnet, um dringend notwendige Umbaumaßnahmen realisieren zu können. Alternative Modelle wie eine Anhebung der Mehrwertsteuer oder die Einrichtung eines Tierwohlzentrums wurden von der Regierung bereits ausgeschlossen. Somit bleibt die Frage offen, wie der Umbau der Tierhaltung künftig finanziert werden soll.

Umso größer ist die Bedeutung des bereits gestarteten Bundesprogramms zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung (BUT). Seit Frühjahr 2024 steht es den Betrieben offen, wenn auch die Nachfrage bisher überschaubar ausfiel. Für Schweinehalter gilt es dennoch als wichtige Grundlage, um geplante Bauvorhaben überhaupt stemmen zu können.

Positiv zu bewerten ist, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags eine bessere Ausgestaltung des Programms beschlossen hat. Grundlage dafür war ein gemeinsamer Antrag von CDU/CSU und SPD. Vor allem eine engere Abstimmung des Förderprogramms mit dem Baurecht und dem Tierhaltungskennzeichengesetz wird als notwendig angesehen, um die Fördermaßnahmen für die Betriebe praktikabler zu machen.

Weitere Nachrichten aus der Politik

Bundesregierung setzt Ölreserve frei: ADAC und NABU uneins

Angesichts steigender Kraftstoffpreise ergreift die Bundesregierung Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung. Die jüngsten Entwicklungen in der Nahostkrise haben zu einem signifikanten Anstieg...

EU-Düngerimporte brechen ein: Copa-Cogeca warnt vor Folgen

Die Düngemittelimporte in die Europäische Union (EU) haben zu Beginn des Jahres 2026 einen dramatischen Rückgang verzeichnet. Laut der europäischen Bauernorganisation Copa-Cogeca...

Doppelte Grunderwerbsteuer für Landwirte bleibt trotz bayerischem Antrag

Landwirte, die Agrarflächen über gemeinnützige Siedlungsunternehmen wie die BBV-LandSiedlung in Bayern erwerben, sehen sich weiterhin mit der Herausforderung der doppelten Grunderwerbsteuer konfrontiert....

Agrarverbände warnen vor EU-Preisverbot: Wettbewerbsverzerrung droht

Im Zuge der Diskussionen über die EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken, die darauf abzielt, Landwirte vor dem Verkauf unter Produktionskosten zu schützen, haben...

Rukwied fordert CO2-Abgabenstopp für Diesel zur Entlastung der Bauern

Die jüngsten Entwicklungen auf den Energiemärkten haben die landwirtschaftlichen Kosten erheblich beeinflusst. Die steigenden Preise für Treibstoffe und Stickstoffdünger als Folge des...