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Nicht-essbare Biomasse in der Landwirtschaft: Lösungsansätze

Der Klimawandel macht sich weltweit bemerkbar: Schmelzende Polkappen, steigende Meeresspiegel, extrem trockene Sommer und Unwetter mit sintflutartigen Niederschlägen sind deutliche Zeichen. Wissenschaftler fordern, dass die globale Gemeinschaft verstärkt gegen die Erderwärmung vorgeht. Dabei spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle. Sie produziert zwar erhebliche Mengen an Treibhausgasen, kann jedoch auch ein Teil der Lösung sein.

Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen

Zur Minderung der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft empfehlen Experten verschiedene Maßnahmen. Dazu gehört die Wiedervernässung von Mooren, um Kohlenstoff zu binden. Auch konservierende Anbauverfahren im Ackerbau und ein nachhaltiges Fütterungsmanagement in der Tierhaltung tragen dazu bei, den CO2-Fußabdruck zu verringern. Landwirte stehen unter zunehmendem Druck, ihre Anstrengungen im Klimaschutz zu intensivieren. Dies ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft, da zukünftige Preisabschläge für Produkte mit hohem CO2-Fußabdruck vermieden werden sollen.

Die Rolle der Nutztiere

Prof. Dr. Wilhelm Windisch von der Technischen Universität München hebt hervor, dass etwa 75 % der auf dem Acker produzierten Biomasse in Deutschland nicht für die menschliche Ernährung geeignet sind. Die Ernährung der Menschheit verursacht rund 30 % der globalen Treibhausgasemissionen, wobei 40 % auf Nutztiere entfallen. Windisch betont, dass eine umwelt- und klimafreundlichere Erzeugung von Nahrung, bei der die Nutztierhaltung eine wichtige Rolle spielt, entscheidend ist, um die globalen Klimaziele zu erreichen.

Effiziente Nutzung landwirtschaftlicher Flächen

Ein zentrales Problem ist die begrenzte landwirtschaftliche Nutzfläche. Etwa drei Viertel davon sind Grasland, auf dem nicht-essbare Biomasse wächst, die nur durch Nutztiere in Lebensmittel umgewandelt werden kann. Sowohl Weidehaltung als auch klassischer Ackerbau produzieren überwiegend nicht-essbare Biomasse, die jedoch als Futterressource für Nutztiere dient.

Zukunft der Nahrungsmittelproduktion

Für die Zukunft wird eine verstärkte Erzeugung pflanzenbasierter Nahrung notwendig sein, ohne dass Nutztiere in Konkurrenz zum Menschen stehen. Es wird empfohlen, Fruchtfolgen zu optimieren und die Trennung der essbaren Fraktionen aus Ernteprodukten zu verbessern. Trotz aller Bemühungen werden auch zukünftig Teile der auf dem Acker gewonnenen Biomasse für die Humanernährung ungeeignet bleiben.

Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit

Um das übergeordnete Ziel zu erreichen, möglichst viele Menschen mit minimalem Ressourcenverbrauch und maximalem Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität zu ernähren, ist die Einbeziehung der vollen Bandbreite an Nutztieren in die Kreislaufwirtschaft der Biomasse unerlässlich. Dies ermöglicht eine effiziente Nutzung der verfügbaren Ressourcen und trägt zur nachhaltigen Sicherung der Lebensmittelversorgung bei.

Die Landwirtschaft kann nicht nur Verursacher, sondern auch Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein. Durch gezielte Maßnahmen und eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen kann sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima und Umwelt leisten.

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