Die globalen Getreidemärkte stehen derzeit unter starkem Druck, da die Preise für Weizen, Mais und andere wichtige Agrarrohstoffe weiter fallen. Besonders betroffen sind die Weizenpreise, die an der Euronext für September 2026 zuletzt unter 203 Euro pro Tonne notierten – der niedrigste Stand seit Ende Februar. Diese Entwicklung wurde durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter günstige Wetterbedingungen und eine schwache Nachfrage auf internationaler Ebene.
Weizen- und Gerstenpreise unter Abwärtsdruck
Am Hamburger Exportmarkt werden für Weizen der neuen Ernte derzeit 209 Euro pro Tonne geboten, was einem Rückgang von 7 Euro im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Auch die Preise für Futtergerste sind um 6 bis 7 Euro auf etwa 191 bis 192 Euro pro Tonne gesunken. Die Preissenkungen sind hauptsächlich auf den Verkaufsdruck zurückzuführen, der durch die Auflösung von Long-Positionen in verschiedenen Terminkontrakten entstanden ist. Zudem haben weltweit günstige Wetterbedingungen sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel zu einer Zunahme des Angebots geführt.
In den USA sank der Preis für Weizen Anfang Juni auf rund 570 US-Cent pro Bushel. Dies ist zum Teil auf ein großes weltweites Angebot und eine gedämpfte Nachfrage zurückzuführen. In der Ukraine wurde die Prognose für die Weizenproduktion von APK-Inform von 19,9 Millionen auf 21,7 Millionen Tonnen angehoben, während Russland seine Schätzung ebenfalls erhöht hat.
Maispreise folgen dem Trend
Auch die Maispreise sind von dieser Entwicklung betroffen. Der August-Kontrakt an der Euronext behauptet sich knapp bei 218,15 Euro pro Tonne, während die neue Ernte im November um 0,50 Euro schwächer bei 206,50 Euro notiert – dennoch über dem Niveau der Weizenpreise. In den USA sind die Maispreise unter Druck geraten und fielen unter 417 US-Cent pro Bushel, das niedrigste Niveau seit Oktober 2025.
Ein Mangel an neuen Importen aus China sowie günstige Witterungsbedingungen in den USA haben den Preisdruck verstärkt. Die bevorstehende Erhöhung des weltweiten Exportangebots trägt ebenfalls dazu bei. Die Maisaussaat in den USA schreitet voran; Ende Mai waren rund 93 % abgeschlossen.
Raps- und Sojamärkte reagieren auf externe Faktoren
An der Euronext erreichten Rapsterminkontrakte für August 2026 am Donnerstag noch ein Hoch von 535,50 €/t, bevor sie am Freitag wieder auf 519 €/t sanken. Sojabohnen-Preise fielen dagegen auf ein Viermonatstief unter 1150 US-Cent pro Bushel. Günstige Wachstumsbedingungen in den USA und Fortschritte beim Pflanzenanbau tragen zu einem reichlichen Angebot bei.
Trotz einiger positiver Entwicklungen bleibt das makroökonomische und geopolitische Umfeld unsicher. Spannungen im Nahen Osten haben zuletzt die Ölpreise nach oben getrieben, was wiederum Auswirkungen auf Agrarmärkte haben kann.
