Anzeige
 

Ukraine erwartet 2026 Rekordernten bei Mais und Weizen trotz Hürden

Die Landwirtschaft in der Ukraine sieht im Jahr 2026 einer vielversprechenden Getreideproduktion entgegen, die voraussichtlich über dem Durchschnitt liegen wird. Insbesondere Mais und Weizen profitieren von günstigen Ertragsprognosen, trotz regional variabler Vegetationsbedingungen.

Ertragsaussichten für Mais

Laut Angaben der EU-Kommission und ihrem Monitoring Agricultural Resources (MARS)-Programm wird die Maisanbaufläche in der Ukraine auf 4,75 Millionen Hektar geschätzt. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar soll bei 7,4 Tonnen liegen, was eine Steigerung von 4 % über dem Fünfjahresdurchschnitt darstellt. Insgesamt könnte die Ernte 35,1 Millionen Tonnen erreichen, was einen Anstieg von 11 % im Vergleich zum Fünfjahresmittel und 13 % mehr als im Jahr 2025 bedeutet.

Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die überdurchschnittlichen Hektarerträge zurückzuführen. Trotz regionaler Unterschiede blieben die Wachstumsbedingungen in den Hauptanbaugebieten weitgehend günstig.

Weizenproduktion im Aufwind

Für Weizen prognostiziert MARS eine Anbaufläche von 6,49 Millionen Hektar, leicht über dem langjährigen Mittel, jedoch knapp unter dem Vorjahreswert. Der erwartete Ertrag von 4,7 Tonnen pro Hektar liegt dabei deutlich über den Vergleichswerten der Vorjahre. Die Weizenernte könnte somit auf 30,6 Millionen Tonnen ansteigen.

Ein wesentlicher Vorteil im Jahr 2026 war das Fehlen extremer Hitze während der Kornfüllung des Winterweizens. Dies führte zu einer besseren Bestandsentwicklung als erwartet. Allerdings stellten Niederschläge gegen Ende der Saison ein Risiko für Qualitätsverluste dar, da sie den Erntefortschritt verlangsamten.

Situation bei Gerste

Auch bei Gerste sind die Aussichten positiv. Die Anbaufläche wird mit 1,74 Millionen Hektar angegeben – etwas geringer als im Fünfjahresmittel. Der prognostizierte Ertrag liegt bei 4,0 Tonnen pro Hektar und damit deutlich über den Vergleichswerten der letzten Jahre.

Vor allem Wintergerste zeigt vielversprechende Ertragsperspektiven. Obwohl Sommergerste ebenfalls gut abschneidet, ist ihre Bedeutung aufgrund der kleineren Anbaufläche begrenzter. Ähnlich wie beim Weizen beeinträchtigten Regenfälle jedoch teilweise den Fortgang der Ernte und erhöhten das Risiko qualitativer Einbußen.

Zusammenfassung und Marktausblick

Insgesamt deutet vieles auf eine überdurchschnittliche Getreideernte in der Ukraine hin. Während Trockenheit insbesondere den Westen des Landes belastete, profitierten andere Regionen von günstigeren Wetterbedingungen. Niederschläge während der Erntezeit schufen zusätzliche Unsicherheiten hinsichtlich der Qualität.

Trotz dieser Herausforderungen dominieren die positiven Aspekte: Mais und Weizen tragen wesentlich zur Produktionssteigerung bei, während auch Gerste leicht über dem Durchschnitt liegt. Der Markt dürfte insbesondere von einer größeren Menge an verfügbarem Getreide profitieren, wenngleich Qualitätsverluste ein Risiko darstellen könnten.