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Starker El Niño bedroht Indiens Monsun: Ernteflächen schrumpfen um 23%

Der indische Subkontinent steht vor erheblichen Herausforderungen: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) prognostiziert bis Oktober einen intensiven El Niño, der den Monsun erheblich beeinträchtigt. Bislang hat die Region 16 % weniger Regen als gewöhnlich erhalten, was zu einem Rückgang der Aussaatfläche um 23 % geführt hat. Diese Entwicklungen wurden im saisonalen Klimaausblick der WMO vom 31. Juli aufgezeigt.

Steigende Meerestemperaturen verschärfen die Lage

Laut WMO sollen die Temperaturen an der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik im Durchschnitt mehr als 2,9 Grad Celsius über dem Normalwert liegen. Gleichzeitig erwärmt sich der westliche Indische Ozean stärker als sein östliches Pendant. Diese klimatischen Veränderungen tragen dazu bei, dass Indien trockener ist als gewöhnlich. UN-Generalsekretär António Guterres wurde von der WMO dahingehend zitiert, dass der Pazifik in einem El-Niño-Zyklus noch nie so früh so hohe Temperaturen aufwies.

Rückgang in der Kharif-Saison

Die Kharif-Saison, die bedeutende Sommerernteperiode in Indien, trägt etwa zur Hälfte zur nationalen Getreideproduktion bei. Am 25. Juni war die Anbaufläche auf 18,272 Millionen Hektar gesunken, was einem Rückgang von knapp 23 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind Ölsaaten mit einer Reduktion von mehr als 50 %, von zuvor 3,641 auf nunmehr 1,699 Millionen Hektar. Auch Reis und Hülsenfrüchte sind betroffen; ihre Anbauflächen verringerten sich jeweils um erhebliche Beträge.

Globale Auswirkungen und Risikoeinstufung

Die reduzierten Erträge haben globale Konsequenzen: Indien ist weltweit führend im Reisexport, und das bereits bestehende Exportverbot für Zucker könnte laut S&P Global aufgrund eines Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums bis ins Wirtschaftsjahr 2026/27 verlängert werden. Die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis zwischen Oktober und Dezember wird von der US-Wetterbehörde auf 81 % geschätzt.

Während Südasien mit Trockenheit zu kämpfen hat, erwartet Ostafrika in derselben Periode überdurchschnittliche Niederschläge. Dies geht aus den Frühwarnsystemen hervor, die darauf hinweisen, dass starke Regenfälle aufgrund des El Niños wahrscheinlich sind.

Indiens Landwirtschaftspolitik unter Druck

Das indische Landwirtschaftsministerium hat rasch reagiert und 111 Distrikte als Hochrisikogebiete eingestuft, um Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und mögliche Schäden zu minimieren. Die aktuelle Situation verdeutlicht die dringende Notwendigkeit einer Anpassung landwirtschaftlicher Praktiken an veränderte Klimabedingungen und fordert sowohl nationale als auch internationale Maßnahmen zur Sicherstellung der Ernährungssicherheit.