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Spanische Frühkartoffeln 2026: Geringe Exporte trotz optimalem Wachstum

Die Frühkartoffelsaison 2026 in Spanien steht vor einer herausfordernden Phase. Trotz optimaler Wetterbedingungen für den Anbau in Regionen wie Andalusien, die von starkem Regen im Winter betroffen waren, sind die Pflanzungen deutlich verzögert. Beobachtungen zufolge wird die Ernte erst Mitte Mai beginnen, was eine Verzögerung von etwa einer Woche im Vergleich zu früheren Jahren bedeutet.

Reduzierte Anbauflächen und marginale Exporte

Es wird erwartet, dass die exportierten Mengen an Frühkartoffeln in diesem Jahr nur marginal ausfallen werden. Der Anbau wurde stark eingeschränkt, was sich auf die verfügbare Fläche auswirkt. Schätzungen zufolge beträgt die Anbaufläche in Andalusien weniger als 5.000 Hektar, während sie im Vorjahr mehr als 6.000 Hektar umfasste. Der Verband der Frühkartoffelexporteure rechnet mit einem Rückgang zwischen 20 % und 30 %.

Dieser Rückgang ist teilweise auf eine strategische Neuausrichtung zurückzuführen, da die spanischen Märkte lukrativer erscheinen als der Export nach Deutschland. Besonders der Preisdruck und hohe Qualitätsansprüche Deutschlands haben Spanien veranlasst, sich auf den heimischen Markt zu konzentrieren.

Herausforderungen für den deutschen Handel

Die Auswirkungen sind auch im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) spürbar. Die Programme für spanische Frühkartoffeln wurden zurückgefahren, da einige Discounter bereits aufgrund der Winternässe Lieferengpässe erleben. Die verbleibenden Bestände werden voraussichtlich erst im Juni verfügbar sein.

Spanische Medien berichten zudem von geringeren Importen von Pflanzgut, was sowohl für Frühkartoffeln als auch für die Haupternte zu einer Flächenreduzierung von bis zu 20 % führen könnte.

Kleine Knollen in Murcia

In der Region Murcia wurden die frühen Pflanzungen durch starken Wind beeinträchtigt, sodass derzeit nur kleine Knollen geerntet werden können. Berichte deuten darauf hin, dass bis zu 50 % der Knollen ein Kaliber von 30/40 mm haben und dafür kein Markt existiert. Dennoch bleibt die Anbaufläche in Murcia mit etwa 3.000 bis 4.000 Hektar konstant, wobei fast alles für den heimischen Markt bestimmt ist.

Problematische Rahmenbedingungen

Trotz der Hoffnungen auf eine erfolgreiche Frühkartoffelsaison stehen spanische Vermarkter vor problematischen Rahmenbedingungen: Es gibt eine Überfülle an Lagerkartoffeln aus Frankreich und anderen spanischen Regionen, während der Export nach Portugal hinter den Erwartungen zurückbleibt und das Preisniveau niedrig ist.

Vermarkter hoffen dennoch darauf, dass der lokale Lebensmittelhandel aufgrund der hohen Qualität frühzeitig auf spanische Kartoffeln umstellt.