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Rindfleischpreise bleiben stabil: Nachfrage weltweit stark

Die aktuellen Entwicklungen auf dem Rindfleischmarkt versprechen einen spannenden Herbst. Dr. Frank Greshake, Marktkenner, weist darauf hin, dass die Marktsituation komplexer geworden ist als in den Vorjahren. Besonders auffällig ist der Anstieg der Rinderschlachtungen, die bis September um 1 bis 2 Prozent über dem Vorjahr lagen. Diese Entwicklung überrascht insbesondere bei Jungbullen, da man aufgrund eines „Blauzungenkälberlochs“ mit einem geringeren Angebot gerechnet hatte.

Obwohl die Nachfrage nach Jungbullen derzeit hoch ist, sind Preissteigerungen auf das Niveau von 7 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) wie im Vorjahr unwahrscheinlich. Dennoch bleibt es möglich, dass sich der Markt erneut überraschend entwickelt. Prognosen zufolge haben sich Verbraucher an die höheren Preise für Rindfleisch gewöhnt, was im Gegensatz zum Schweinefleisch keine signifikanten Rückgänge im Absatz zur Folge hatte.

Futtermangel und regionale Unterschiede

Im Süden Deutschlands führten Dürreperioden zu einem erhöhten Angebot an Schlachtkühen, da viele Milchviehhalter ihre Bestände reduzieren mussten. Diese trostlose Situation resultierte aus mangelndem Futter und verbrannten Weiden, was die Erzeugerpreise um bis zu 40 Cent im Vergleich zum Norden drückte. Im Norden hingegen sorgten gut gefüllte Maissilos aus dem Vorjahr dafür, dass weniger Tiere aussortiert wurden.

Insgesamt zeigen sich Milchviehhalter bundesweit eher zurückhaltend in ihren Bestandsplanungen für die kommende Stallperiode. Die Preise für Kühe und Jungbullen bleiben dennoch unter den Vorjahreswerten.

Internationale Preisentwicklungen

Das Auslandsgeschäft trägt zur Stabilisierung der Erzeugerpreise bei. So wurden in den USA Spitzenpreise von umgerechnet 8 Euro pro Kilogramm SG erzielt, während Großbritannien derzeit bei 7,20 Euro liegt. Südamerika bietet traditionell günstigere Preise; jedoch liegen auch Argentinien und Uruguay auf Rekordhöhen von rund 5 Euro pro Kilogramm SG. Brasilien bildet mit 3,70 Euro das Schlusslicht, was auf ein Exportverbot in die EU zurückzuführen ist.

Trotz dieser internationalen Preisunterschiede bleibt unklar, ob diese Veränderungen zu Preisanstiegen in Europa führen werden. Aktuell spielt das Exportvolumen aus Brasilien eine geringe Rolle für den deutschen Markt.

Aussichten und Haltungsformen

Die Preisaussichten für Schlachtrinder sind größtenteils positiv. Saisonale Aufschläge dürften insbesondere bei Bullen möglich sein, während Färsenpreise stabil bleiben sollen. Die Nachfrage nach Haltungsformen höherer Standards zeigt eine beginnende Sättigung; dennoch könnten einige zusätzliche HF 3-Jungbullen vom Markt aufgenommen werden.

Hinsichtlich der Kühe gab es bisher einen Standardzuschlag von 30 Cent für HF 3-Standards; jedoch sinkt dieser mittlerweile auf durchschnittlich 20 Cent ab. Der größte deutsche Kuhschlachter Tönnies sieht hier einen anhaltenden Abwärtstrend aufgrund unverkäuflicher Abschnittsteile unter ITW 3-Zuschlägen.

Kälbermast – Ein Blick zurück

Die Kälbermast sah im Jahr 2025 hohe Preise von bis zu 8 Euro pro Kilogramm SG; allerdings brachen diese Anfang 2026 ein und stabilisierten sich später wieder bei etwa 6 Euro. Gründe waren unter anderem gesteigerte Futtermittelkosten und ein kurzfristiges Auslisten des deutschen Kalbfleisches in Italien. Seit August scheint sich die Lage zu entspannen mit Preisen bis zu 6,90 Euro pro Kilogramm SG.