Die Rinderbestände in der Europäischen Union stabilisieren sich nach Jahren des Rückgangs, wie aktuelle Zahlen der Viehbestandszählung im Mai/Juni 2026 zeigen. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) wurden insgesamt rund 73,4 Millionen Rinder gezählt, was einem Anstieg von etwa 0,5 % oder 400.000 Tieren im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Uneinheitliche Entwicklungen in den Mitgliedstaaten
In den EU-Mitgliedstaaten zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Während Frankreich, das größte Rinderhalterland der EU, einen Rückgang von 1,0 % verzeichnete, konnten Spanien und Irland signifikante Zuwächse verbuchen. Spanien meldete einen Bestandszuwachs von 3,2 %, während Irland um 2,4 % zulegte. In anderen Ländern wie Deutschland blieben die Zahlen weitgehend stabil.
Spanien und Irland tragen maßgeblich zu dem leichten Anstieg bei den EU-Rinderbeständen bei. Diese Entwicklung bietet für die Branchenakteure in der Landwirtschaft zumindest kurzfristig eine gewisse Stabilität.
Keine langfristige Trendwende in Sicht
Die AMI betont jedoch, dass trotz dieser Stabilisierung keine echte Trendwende erwartet wird. Der über Jahre anhaltende Abbau der Rinderbestände hat sich zwar verlangsamt, doch die Bestände befinden sich weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit. Diese Phase bietet Erzeugern und Vermarktern zwar eine bessere Planungssicherheit, verändert aber nicht grundlegend die Marktdynamik.
Zusammenfassend zeigt die aktuelle Viehzählung eine leichte Erholung des Rinderbestandes in der EU, jedoch ohne größere Auswirkungen auf den langfristigen Trend einer abnehmenden Tierzahl. Die Entwicklungen in einzelnen Ländern wie Spanien und Irland verdeutlichen regionale Unterschiede innerhalb der Europäischen Union.
