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„Point of Kuh“: Ausstellung über Milchkühe ausgezeichnet

Die Universität Hohenheim ist für ihr Ausstellungsprojekt „Point of Kuh“ erneut ausgezeichnet worden. Das Projekt verbindet kritische Fotografien aus der Milchviehhaltung mit persönlichen Sichtweisen aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Mehr als 6.000 Menschen haben die Ausstellung bislang besucht. Nach einer europäischen Auszeichnung im Juni erhielt die Universität Anfang Oktober 2026 das Siegel für vorbildliche Kommunikation über Tierversuche.

Kritische Bilder aus Milchviehhaltung und Forschung

Den Ausgangspunkt bildete die Fotoserie „Die Milch-Matrix“ des Fotografen Nikita Teryoshin. Seine Aufnahmen zeigen ungewöhnliche und teilweise irritierende Szenen aus der Milchwirtschaft. Dazu gehören preisgekrönte Hochleistungskühe ebenso wie Versuchstiere der Universität Hohenheim.

Für seine Arbeit wollte Teryoshin auch Kühe mit Pansenfisteln fotografieren, die an der Universität für wissenschaftliche Untersuchungen gehalten werden. Die Hochschule ermöglichte ihm den Zugang zu den Tieren und entwickelte aus der Zusammenarbeit ein öffentliches Dialogprojekt.

Studierende, Wissenschaftler und Beschäftigte der Universität ergänzten die Fotografien um mehr als 50 persönliche Stellungnahmen. Dabei entstanden unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Sichtweisen auf Nutztierhaltung, Milchproduktion und tierexperimentelle Forschung.

Mehr als 6.000 Besucher und öffentliche Diskussionen

Eröffnet wurde „Point of Kuh“ am 25. November 2025 im Rahmen des siebten Hohenheimer Landwirtschaftsdialogs. Rund 420 Gäste diskutierten mit dem Fotografen sowie Vertretern aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Tierschutz über die gesellschaftliche Wahrnehmung der Milchviehhaltung.

Anschließend war die Ausstellung unter anderem im Biologiezentrum der Universität und in der Württembergischen Landesbibliothek zu sehen. Weitere Präsentationen folgten 2026 beim Stuttgarter Wissenschaftsfestival und am Tag der offenen Tür der Universität Hohenheim.

Insgesamt erreichte das Projekt nach Angaben der Hochschule mehr als 6.000 Besucher. Die Fotografien und begleitenden Stellungnahmen sind weiterhin in einer virtuellen Ausstellung zugänglich.

Auszeichnungen für transparente Wissenschaftskommunikation

Am 1. Oktober 2026 erhielt die Universität Hohenheim in Berlin das „Siegel für vorbildliche Kommunikation tierexperimenteller Forschung“. Die Initiative „Tierversuche verstehen“ würdigte damit den offenen Austausch zwischen Forschung und Öffentlichkeit.

Nach Einschätzung der Jury ist es dem Projekt gelungen, wissenschaftliche Themen durch die Verbindung mit Fotokunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Besonders hervorgehoben wurde der direkte Austausch zwischen Forschenden und Besuchern.

Bereits im Juni 2026 hatte „Point of Kuh“ beim europäischen EUPRIO-Award im französischen Metz den zweiten Platz erreicht. Der Preis zeichnet Kommunikationsprojekte europäischer Hochschulen aus.

Im September gehörte die Ausstellung außerdem zu den drei Finalisten des BdKom Smart-Team-Awards. In dieser Kategorie werden Kommunikationsprojekte mit einem Budget von höchstens 40.000 Euro bewertet. Der erste Platz ging an die Justiz Schleswig-Holstein.

Für die Universität Hohenheim ist das neue Siegel bereits die zweite Auszeichnung durch die Initiative „Tierversuche verstehen“. Schon 2021 wurde die Hochschule für ihre Internetkommunikation über Tierversuche gewürdigt.

Die virtuelle Ausstellung „Point of Kuh“ bleibt öffentlich zugänglich und ermöglicht damit weiterhin Einblicke in unterschiedliche Sichtweisen auf die moderne Milchviehhaltung und die Forschung mit Nutztieren.

Quellen