Der österreichische Kranhersteller Palfinger sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, da globale Krisen das Unternehmen zwingen, seine Erwartungen an Umsatz und Gewinn zu korrigieren. Diese Entwicklungen haben zu einem drastischen Rückgang des Aktienkurses geführt.
Verkauf von margenschwachen Geschäftsbereichen
Palfinger, ansässig in Bergheim, hat kürzlich eine Vorvereinbarung über den Verkauf seiner wenig profitablen Hubladebühnen abgeschlossen. Der Abschluss dieser Transaktion wird zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erwartet. Da der Verkaufspreis unter dem Buchwert liegt, wird ein Buchverlust im niedrigen Millionenbereich erwartet.
Das operative Geschäft zeigt ebenfalls Schwächen. Nach drei Quartalen beläuft sich das vorläufige EBIT auf etwa 120 Millionen Euro, was einem Rückgang von 8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insidern zufolge ist das Management skeptisch, ob die im ersten Halbjahr entstandene Lücke geschlossen werden kann. Laut Jens-Peter Rieck von mwb-Research wird für 2026 ein Umsatz von 2,32 Milliarden Euro prognostiziert, während das EBIT um etwa 5 Millionen Euro auf 160 Millionen Euro sinken könnte. Aufgrund zusätzlicher Belastungen rechnet man mit einem Nettoverlust von rund 39 Millionen Euro.
Kurssturz der Aktie und Auswirkungen
Die Aktie von Palfinger fiel um 9,7 %, was einem Verlust des Börsenwerts von circa 106 Millionen Euro entspricht. Rieck hält diesen Einbruch jedoch für überzogen. Im Jahr 2025 trug der russische Markt zwar etwa 80 Millionen Euro zum Umsatz bei, brachte jedoch keinen Gewinn.
Im Jahr 2025 hatte Palfinger einen Umsatz von rund 2,34 Milliarden Euro mit etwa 12.000 Mitarbeitern erzielt. Die Aktie stieg damals um ungefähr 70 % und das Unternehmen kehrte in den ATX zurück. Das erste Quartal dieses Jahres zeigte noch leichte Umsatzzuwächse.
Externe Einflüsse und Marktbedingungen
Die Stimmung kippte jedoch infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, die die Nachfrage bremsten und auch das profitable Servicegeschäft beeinträchtigten. Hinzu kamen US-Zölle, die Palfinger nicht vollständig weitergeben konnte, sowie schwächelnde Kernmärkte in den USA und Deutschland. Im ersten Halbjahr sank das EBIT um 7 %, und die Ziele für das Jahr 2027 wurden nach hinten verschoben. Ende Juli verzeichnete die Aktie mit einem Rückgang von fast 10 % ihren schwärzesten Tag seit drei Jahren.
Ende September traf Palfinger ein weiterer Rückschlag: Das Unternehmen plant nun mit einem schwächeren Jahr als 2025 und schrieb auf sein Russlandgeschäft insgesamt 135 Millionen Euro ab. Infolgedessen verlor die Aktie nochmals fast 10 % an Wert und fiel vom Jahreshoch bei etwas über 40 Euro um ein Drittel auf unter 28 Euro.
