Das Hantavirus hat jüngst auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ für Aufsehen gesorgt, nachdem mehrere Menschen infiziert wurden und drei Passagiere starben. Diese Vorfälle lenken die Aufmerksamkeit auch auf Deutschland, wo Landwirte als besonders gefährdete Gruppe gelten. Während auf der „MV Hondius“ südamerikanische Andesviren im Spiel sind, die zu schweren Atemwegserkrankungen führen können, sind in Deutschland eher mildere Varianten wie das Puumalavirus verbreitet.
Unterschiedliche Hantavirus-Arten und ihre Auswirkungen
Die in Deutschland häufigeren Puumalaviren werden überwiegend durch Nagetiere wie Ratten und Mäuse verbreitet. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über die Atemwege, wenn kontaminierter Staub eingeatmet wird. Auch verunreinigte Lebensmittel oder direkter Kontakt mit infizierten Tieren und deren Ausscheidungen stellen Infektionsquellen dar. Im Gegensatz dazu sind die Andesviren, die auf dem Kreuzfahrtschiff gefunden wurden, bekannt für ihr schweres pulmonales Krankheitsbild und eine seltene Mensch-zu-Mensch-Übertragung.
Besondere Gefährdung von Landwirten
Laut der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sind Personen in der Landwirtschaft einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Insbesondere bei Arbeiten wie der Reinigung von Waldhütten oder landwirtschaftlichen Gebäuden steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Experten raten daher zu einer konsequenten Bekämpfung von Nagetieren sowie zur Einhaltung strenger Hygiene- und Schutzmaßnahmen.
Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung
Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, sollten Landwirte Maßnahmen ergreifen, um Staubentwicklung zu minimieren und geeignete Schutzausrüstung tragen. Dazu zählen körperbedeckende Schutzkleidung, Schutzhandschuhe, Augenschutz sowie partikelfiltrierende Atemschutzmasken vom Typ FFP2 mit Ausatemventil.
Mastjahre und ihre Folgen
Die Vermehrung des Puumalavirus wird durch Mastjahre begünstigt, in denen Bäume wie Buche und Eiche besonders viele Samen produzieren. Dies führt zu einem Anstieg der Mäusepopulationen, wodurch das Virus leichter übertragen werden kann. Besonders betroffen waren zuletzt Regionen wie die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und Nordost-Hessen. Stuttgart meldete zeitweise die höchste Anzahl an Infektionen.
Infektionsverlauf und Häufigkeit
Hantavirus-Infektionen treten das ganze Jahr über auf, mit einem Anstieg der Fälle zwischen April und September. Die Erkrankung beginnt oft plötzlich mit hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen. Schwere Verläufe sind selten; sie umfassen innere Blutungen oder akutes Nierenversagen und treten in weniger als einem Prozent der Fälle auf. Laut dem Robert Koch-Institut sind Männer zwischen 30 und 49 Jahren besonders häufig betroffen.
