Die Europäische Union hat ihre Haferexporte zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 deutlich gesteigert. Nach vorläufigen Angaben der Europäischen Kommission wurden zwischen dem 1. Juli und dem 11. Oktober insgesamt 57.790 Tonnen Hafer in Drittländer ausgeführt. Das entspricht dem 4,3-Fachen der Vorjahresmenge. Besonders stark nahmen die Lieferungen nach Großbritannien zu.
In den ersten 15 Wochen des Wirtschaftsjahres 2025/26 hatte die EU lediglich 13.520 Tonnen Hafer exportiert. Auch gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024/25, als die Ausfuhren 19.230 Tonnen erreichten, hat sich die Exportmenge nahezu verdreifacht.
Großbritannien nimmt 62 Prozent der EU-Haferexporte ab
Den größten Anteil am Exportwachstum hat der britische Markt. Mit 35.890 Tonnen entfielen 62,1 Prozent der gesamten EU-Haferausfuhren auf Großbritannien. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es lediglich 39,71 Tonnen gewesen. Damit entwickelte sich das Vereinigte Königreich innerhalb eines Jahres zum mit Abstand wichtigsten Abnehmer für Hafer aus der EU.
Auch die Lieferungen in die USA nahmen deutlich zu. Bis zum 11. Oktober wurden 6.600 Tonnen Hafer dorthin exportiert, was einem Anteil von 11,4 Prozent entspricht. Im Vorjahr waren die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten praktisch bedeutungslos.
Die Türkei zählt ebenfalls zu den neuen wichtigen Absatzmärkten. Mit 5.090 Tonnen erreichte ihr Anteil an den gesamten EU-Haferexporten 8,8 Prozent.
Haferlieferungen in die Schweiz gehen zurück
Anders entwickelte sich das Exportgeschäft mit der Schweiz. Die Lieferungen sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3 Prozent von 6.990 auf 6.130 Tonnen.
Trotz des Rückgangs bleibt die Schweiz mit einem Anteil von 10,6 Prozent einer der wichtigsten Absatzmärkte für europäischen Hafer. Im Wirtschaftsjahr 2025/26 hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch 51,7 Prozent der gesamten EU-Ausfuhren aufgenommen. Der starke Rückgang ihres Anteils erklärt sich vor allem durch die erheblich gestiegenen Lieferungen in andere Länder.
Exportstatistik noch unvollständig
Bei der Bewertung der aktuellen Zahlen ist die eingeschränkte Datenlage zu berücksichtigen. Nach Angaben der Europäischen Kommission liegen für Frankreich, Bulgarien, Irland und Griechenland noch keine vollständigen Exportmeldungen vor.
Die für die ersten 15 Wochen des Wirtschaftsjahres 2026/27 ausgewiesenen Ausfuhrmengen sind deshalb vorläufig und können sich durch nachträgliche Meldungen noch verändern.
Quelle: Europäische Kommission – Agrarstatistiken und Handelsdaten
