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EU entscheidet über Milliardenbudget für Landwirtschaft ab 2028

In der Europäischen Union wird derzeit intensiv über die finanzielle Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2028 verhandelt. Diese Diskussionen finden im Rahmen der Beratungen über den EU-Haushalt statt, die am kommenden Donnerstag und Freitag auf höchster politischer Ebene in Brüssel fortgesetzt werden. Das Budget für die Landwirtschaft ist dabei ein zentraler Punkt.

Irlands Rolle als Vermittler

Irland hat aktuell den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne, und Premierminister Micheál Martin leitet die Verhandlungen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres einen Konsens unter den EU-Mitgliedsstaaten über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) zu erreichen. Dazu hat Irland einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der ein Gesamtbudget von 1.622 Milliarden Euro für den Zeitraum 2028 bis 2034 vorsieht. Diese Summe liegt zwar 8 % unter dem Vorschlag der Europäischen Kommission, aber immer noch über dem, was einige Länder wie Deutschland fordern.

Debatte um das GAP-Budget

Ein zentraler Aspekt des irischen Vorschlags ist die Behandlung des Budgets für die GAP. Während Bundeskanzler Friedrich Merz Einsparungen in allen Politikbereichen einschließlich der Landwirtschaft plant, sieht Irland keine zusätzlichen Kürzungen gegenüber dem Kommissionsvorschlag vor. Dies könnte insbesondere Landwirte beruhigen, die auf stabile Förderungen angewiesen sind.

Flächenzahlungen und deren Kappung

Ein weiteres Element des Vorschlags betrifft die Kappung von Flächenzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe. Die Iren schlagen vor, dass diese Kappung bei einem Betrag von 300.000 Euro liegen könnte, wobei noch unklar ist, ob diese Grenze freiwillig sein soll. Diskutiert wird auch eine Degression der Zahlungen bereits ab 100.000 Euro pro Betrieb jährlich, während frühere Pläne der EU-Kommission eine Degression ab 20.000 Euro vorsahen.

Kritikpunkte und Forderungen

Trotz der irischen Bemühungen bleibt Kritik aus verschiedenen Lagern laut. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, äußerte sich enttäuscht über den aktuellen Stand der Verhandlungen. Er bemängelte das Fehlen eines eigenständigen Agrarfonds sowie einer klar abgesicherten zweiten Säule und Inflationsanpassung im aktuellen Entwurf.

Auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zeigte sich unzufrieden und unterstrich die Notwendigkeit zielgerichteterer Fördermittelverwendung innerhalb der GAP. Eine gesellschaftliche Legitimation sei nur durch verpflichtende Maßnahmen wie Kappung und Degression zu erreichen.

Zukunftsperspektiven

Die Diskussionen um den EU-Haushalt und insbesondere um das GAP-Budget bleiben komplex und von divergierenden Interessen geprägt. Unterschiede zwischen Nettozahlern und Empfängerstaaten erschweren eine schnelle Einigung. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich diese finanzpolitischen Entscheidungen auf die Landwirtschaft in Europa langfristig auswirken werden.