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Ukraine exportiert 41 Prozent weniger Weizenmehl

Die ukrainischen Exporte von Getreideverarbeitungsprodukten sind zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 zurückgegangen. Besonders stark brachen die Lieferungen von Weizenmehl und verarbeitetem Getreide ein. Dagegen konnten die Ausfuhren von Teigwaren, Couscous und Grütze zulegen. Insgesamt exportierte die Ukraine zwischen Juli und September 120.100 Tonnen Getreideverarbeitungsprodukte, 9,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das geht aus aktuellen Zahlen des ukrainischen Branchenverbandes „Boroschnomely Ukrainy“ (Ukrainische Müller) hervor. Den größten Anteil am Exportgeschäft haben weiterhin Kleieprodukte, deren wichtigste Abnehmer in der Türkei sitzen.

Weizenmehl-Exporte sinken um 41,1 Prozent

Die ukrainischen Weizenmehlausfuhren erreichten im ersten Quartal des Wirtschaftsjahres lediglich 8.600 Tonnen. Gegenüber Juli bis September 2025 entspricht das einem Rückgang um 41,1 Prozent. Damit machte Weizenmehl nur noch 7,1 Prozent der gesamten Exporte von Getreideverarbeitungsprodukten aus.

Größter Abnehmer war die Republik Moldau mit 4.400 Tonnen. Das Land nahm somit mehr als die Hälfte des ausgeführten ukrainischen Weizenmehls auf. Auf Platz zwei folgte Tschechien mit 1.900 Tonnen beziehungsweise 22,7 Prozent. Weitere Lieferungen gingen nach Palästina (700 Tonnen), Israel (400 Tonnen) und Schweden (300 Tonnen).

Deutlich rückläufig waren auch die Ausfuhren von verarbeitetem Getreide. Sie sanken gegenüber dem Vorjahr um 36,9 Prozent auf 10.200 Tonnen. Wichtigster Absatzmarkt war Rumänien mit 3.000 Tonnen, gefolgt von Großbritannien mit 900 Tonnen und Deutschland mit 800 Tonnen. Polen bezog 600 Tonnen, die Türkei 500 Tonnen.

Türkei kauft mehr als 83 Prozent der ukrainischen Kleie

Bei Kleie fiel der Exportrückgang vergleichsweise gering aus. Die Ukraine lieferte in den ersten drei Monaten der Saison 86.600 Tonnen ins Ausland, 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Mit einem Anteil von 72,1 Prozent bleibt Kleie das mit Abstand wichtigste Exportprodukt der ukrainischen Getreideverarbeitung.

Auffällig ist die starke Konzentration auf den türkischen Markt. Von den insgesamt 86.600 Tonnen gingen allein 72.500 Tonnen in die Türkei. Das entspricht 83,7 Prozent der gesamten Kleieausfuhren.

Mit großem Abstand folgten Rumänien mit 3.900 Tonnen und Ungarn mit 3.300 Tonnen. Nach Polen wurden 2.000 Tonnen geliefert, nach Zypern 1.500 Tonnen und in die Niederlande 1.000 Tonnen.

Teigwaren und Couscous legen beim Export zu

Anders als bei Mehl und verarbeitetem Getreide entwickelten sich die Ausfuhren von Teigwaren und Couscous. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 7.300 Tonnen.

Deutschland war mit 1.600 Tonnen der wichtigste Absatzmarkt und nahm 22,4 Prozent der ukrainischen Lieferungen ab. Großbritannien importierte 800 Tonnen. Jeweils rund 600 Tonnen gingen in die Republik Moldau und nach Rumänien, weitere 500 Tonnen nach Polen.

Auch bei Grütze und Granulaten meldet der ukrainische Müllerverband ein Exportplus. Die Lieferungen erhöhten sich um 8,6 Prozent auf 6.800 Tonnen.

Die größten Mengen bezogen Moldau mit 1.700 Tonnen und Israel mit 1.500 Tonnen. Rumänien importierte 1.200 Tonnen, Costa Rica 700 Tonnen und Litauen 500 Tonnen.

Andere Mehlsorten verzeichnen Exportzuwachs

Bei anderen Mehlsorten außerhalb des Weizenmehls stieg die ausgeführte Menge um 26,3 Prozent. Allerdings bleibt dieses Geschäft mit rund 700 Tonnen vergleichsweise klein. Sein Anteil an den gesamten ukrainischen Exporten von Getreideverarbeitungsprodukten lag bei lediglich 0,6 Prozent.

Der mit Abstand größte Teil ging in die Republik Moldau. Das Nachbarland importierte 561 Tonnen und nahm damit 76,4 Prozent dieser Produktgruppe ab. Israel folgte mit 108 Tonnen. Die Niederlande, Polen und Serbien bezogen jeweils weniger als 25 Tonnen.

Die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Produktgruppen zeigen sich auch in ihrer Bedeutung für das Exportgeschäft: Während Kleie weiterhin den Großteil der Lieferungen ausmacht, erreichen Weizenmehl und verarbeitetes Getreide zusammen nur noch 18.800 Tonnen. Ein Jahr zuvor hatten beide Produktgruppen deutlich höhere Ausfuhrmengen erzielt.