Nach der Maisernte 2026 sollten Landwirte die verbliebenen Stoppeln möglichst gründlich zerkleinern. Denn in den unteren Stängelabschnitten überwintern die Larven des Maiszünslers. Werden diese Pflanzenteile aufgebrochen oder gequetscht, verlieren die Schädlinge einen Teil ihrer Überwinterungsmöglichkeiten. Darauf weist das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) unter Berufung auf den Nützlingsproduzenten Biocare hin.
In vielen Maisanbauregionen ist die Ernte bereits abgeschlossen, während andernorts noch Körnermais auf den Feldern steht. Biocare empfiehlt, den Befall jetzt zu kontrollieren und die Ergebnisse für die Pflanzenschutzplanung 2027 festzuhalten.
Maiszünsler-Befall nach der Ernte kontrollieren
Der Maiszünsler ist in zahlreichen deutschen Anbaugebieten verbreitet. Wie stark er auftritt, kann sich allerdings selbst zwischen benachbarten Schlägen erheblich unterscheiden. Eine Kontrolle der Maisstoppeln gibt Aufschluss darüber, wo im kommenden Jahr mit einem erhöhten Befallsrisiko zu rechnen ist.
Typische Anzeichen sind Bohrlöcher, Bohrmehl und Fraßgänge in den Stängeln. Auch abgeknickte Pflanzen können auf Maiszünslerbefall hindeuten. Besonders aufschlussreich ist die Untersuchung der unteren Stängelabschnitte, in denen sich nach der Ernte noch Larven befinden können.
Biocare rät dazu, die Schäden schlagbezogen zu dokumentieren. Dabei sollten Landwirte auch Unterschiede zwischen einzelnen Flächen erfassen. Diese Beobachtungen helfen bei der Entscheidung, ob im nächsten Anbaujahr zusätzliche Bekämpfungsmaßnahmen notwendig sind.
Stoppelbearbeitung zerstört Überwinterungsräume
Die Maiszünslerlarven verbringen den Winter überwiegend in Maisstoppeln und anderen Stängelresten. Bleiben diese weitgehend unbeschädigt auf dem Feld, können die Larven darin überdauern und sich im folgenden Frühjahr weiterentwickeln.
Deshalb reicht es nicht, die Erntereste lediglich oberflächlich zu bearbeiten. Die Stängel sollten möglichst vollständig aufgebrochen, gequetscht oder zerkleinert werden. Vor allem die unteren, oft noch fest im Boden verankerten Stoppelabschnitte verdienen Aufmerksamkeit.
Welche Technik sich dafür eignet, hängt von den Ernterückständen und den jeweiligen Feldbedingungen ab.
- Schlegelmulcher zerkleinern Maisstroh und Stoppeln intensiv. Sie eignen sich besonders für Flächen mit großen Mengen an Ernteresten.
- Messerwalzen schneiden, quetschen und spleißen die Stängel. Ihr Vorteil liegt unter anderem in der hohen Flächenleistung.
- Prismenwalzen knicken und quetschen die Stoppeln und beeinträchtigen damit die Überwinterungsräume der Larven.
- Scheibeneggen zerkleinern einen Teil der Erntereste und arbeiten diese zugleich oberflächlich in den Boden ein.
Entscheidend ist weniger die eingesetzte Maschine als das Arbeitsergebnis. Je mehr Stängelreste unbeschädigt bleiben, desto mehr geeignete Überwinterungsplätze stehen dem Maiszünsler weiterhin zur Verfügung.
Zerkleinerte Maisreste können Fusarium-Risiko verringern
Die Stoppelbearbeitung hat einen weiteren pflanzenbaulichen Nutzen: Klein gehäckselte und aufgebrochene Erntereste verrotten schneller. Das kann die Belastung durch Fusarium-Pilze verringern, die auf Maisrückständen überdauern können.
Gerade bei nachfolgendem Getreideanbau ist dieser Zusammenhang von Bedeutung. Eine sorgfältige Zerkleinerung der Pflanzenreste trägt dazu bei, das Infektionspotenzial auf der Fläche zu reduzieren.
Biocare weist außerdem darauf hin, dass eine gemeinsame Bekämpfung innerhalb einer Anbauregion sinnvoll ist. Maiszünsler bleiben nicht auf einem Schlag. Wenn benachbarte Betriebe ihre Stoppeln ebenfalls konsequent bearbeiten, lässt sich das Überwinterungspotenzial großflächiger verringern.
Trichogramma-Einsatz für 2027 rechtzeitig vorbereiten
Auf Flächen mit stärkerem Maiszünslerbefall sollten Landwirte bereits im Herbst über zusätzliche Maßnahmen für die kommende Saison nachdenken. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen.
Die Nützlinge parasitieren die Eier des Maiszünslers und verhindern so die Entwicklung der darin befindlichen Schädlinge. Entscheidend für den Bekämpfungserfolg ist der Ausbringungszeitpunkt. Die Schlupfwespen müssen im Maisbestand vorhanden sein, wenn die Falter mit der Eiablage beginnen.
Der passende Termin lässt sich deshalb nicht pauschal festlegen. Er richtet sich nach dem regionalen Falterflug, der Witterung und den Ergebnissen des Monitorings.
Biocare empfiehlt Betrieben mit erhöhtem Befallsdruck, den Trichogramma-Einsatz für 2027 frühzeitig einzuplanen. Auch mögliche Förderungen und die jeweiligen Anforderungen sollten rechtzeitig geprüft werden.
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