Die Unternehmensgruppe Theo Müller hat entschieden, in Ostdeutschland zwei ihrer Produktionsstätten zu schließen. Die Schnittkäserei am Standort Leppersdorf in Sachsen wird ihre Tore zum Ende des Jahres schließen, während das Saucenwerk der Homann Feinkost GmbH in Rogätz, Sachsen-Anhalt, bis September 2027 seine Produktion einstellen soll.
Wirtschaftliche Herausforderungen zwingen zu Schließungen
Laut einem Sprecher der Müller-Gruppe sind die Schließungen auf wirtschaftliche Unrentabilität zurückzuführen. Trotz intensiver Bemühungen und der Prüfung aller Optionen konnten die betroffenen Bereiche nicht nachhaltig profitabel betrieben werden. Im Gegensatz dazu bleiben die Sauermilchkäserei und der Mozzarella-Bereich in Leppersdorf unberührt von diesen Maßnahmen.
Die Entscheidung wirft Fragen zur Zukunft der Milchlieferanten auf, die an den Standort Leppersdorf liefern. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Müller seine Abnahme von Milch in Sachsen reduzieren wird, wie aus Kreisen sächsischer Milcherzeuger verlautbart wurde.
Sozialverträgliche Lösungen für Mitarbeiter im Fokus
Für die Angestellten der betroffenen Standorte plant das Unternehmen, sozialverträgliche Lösungen zu erarbeiten. Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens sowie Vereinbarungen über Anpassungen von Arbeitsverträgen werden geprüft. Auch Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sollen angeboten werden. Konkrete Zahlen über die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter wurden allerdings nicht genannt.
Saucenwerk Rogätz mit hohem Investitionsbedarf
Die Schließung des Saucenwerks in Rogätz betrifft rund 160 Mitarbeiter. Die Produktion sei derzeit ebenfalls nicht wirtschaftlich tragfähig und erfordere erhebliche Investitionen, so das Unternehmen. Homann Feinkost GmbH ist Teil der Müller-Gruppe und sieht sich nun ebenfalls mit dieser Herausforderung konfrontiert.
Diese Entwicklungen innerhalb der Unternehmensgruppe Theo Müller zeigen die schwierigen Bedingungen, unter denen die Lebensmittelindustrie derzeit arbeitet. Sie verdeutlichen zudem den Druck, unter dem Unternehmen stehen, ihre Produktionsprozesse immer wieder auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
