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Alois Rainer verpasst EU-Frist: 60,2 Mio. Euro Düngemittelhilfe gefährdet

Die deutsche Landwirtschaft steht vor einer Herausforderung: Die Bereitstellung von 60,2 Millionen Euro an Düngemittelhilfe aus der EU-Agrarreserve verzögert sich. Während andere EU-Länder bereits ihre Unterstützung auszahlen, ließ das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) unter Leitung des Agrarministers Alois Rainer eine wichtige Frist verstreichen. Bis zum 30. September 2026 sollten die Mitgliedstaaten ihre Pläne für die Verteilung der insgesamt 540 Millionen Euro an die EU-Kommission melden.

Verzögerungen bei der Umsetzung

Obwohl die erforderliche Durchführungsverordnung seit Ende Juli vorliegt, wurde der Umsetzungsplan aus Deutschland noch nicht an die EU übermittelt. Eine Sprecherin des BMLEH betonte auf Anfrage, dass man in engem Kontakt mit der EU-Kommission stehe und bald Vorschläge einreichen werde. Dennoch bleibt festzustellen, dass die Frist ohne Aktion verstrichen ist.

Agrarminister Rainer erklärte, dass es unwahrscheinlich sei, die erhaltenen EU-Mittel durch nationale Gelder zu erhöhen. Obwohl das EU-Recht eine Aufstockung um bis zu 200 Prozent oder 120 Millionen Euro erlauben würde, lehnt das Bundesfinanzministerium dies aufgrund der angespannten Haushaltslage ab.

Vorreiterrolle anderer EU-Staaten

Während Deutschland zögert, gehen andere Länder mit gutem Beispiel voran. Polen nutzt seine Düngemittelhilfe effektiv und stockt die verfügbaren 66,6 Millionen Euro um den maximal möglichen Prozentsatz auf fast 200 Millionen Euro auf. Pro Hektar wird eine Unterstützung von rund 114 Euro gewährt, basierend auf Käufen zwischen März und August dieses Jahres.

Auch Frankreich zeigt Initiative und erhöht sein EU-Krisenbudget von 107 Millionen auf 145 Millionen Euro. Französische Landwirte können Zuschüsse für Stickstoffdünger beantragen, wobei die Förderung bis zu 70 Euro pro Tonne beträgt, wenn Düngemittel einen erheblichen Teil der Betriebskosten darstellen.

Bulgariens direkter Ansatz

In Bulgarien werden direkte Zuschüsse gewährt, um Landwirte bei den hohen Kosten für Kraftstoffe und Düngemittel zu entlasten. Die bulgarische Regierung hat nach Genehmigung durch die EU-Kommission beschlossen, insgesamt 170 Millionen Euro bereitzustellen. Jeder Betrieb kann dabei bis zu 50.000 Euro erhalten.

Die unterschiedlichen Ansätze in Europa verdeutlichen den Handlungsbedarf in Deutschland. Während die Bundesregierung noch an einer bürokratiearmen Umsetzung arbeitet, zeigen andere Länder bereits konkrete Ergebnisse im Umgang mit den Herausforderungen der Landwirtschaft.