Die Kuhschlachtungen in Bayern haben nach einem signifikanten Anstieg in den Sommermonaten wieder abgenommen. Gleichzeitig ist eine leichte Erholung der Schlachtkuhpreise zu verzeichnen.
Kuhschlachtungen erreichen im Süden Höchststand
Zwischen Juli und Mitte August 2026 stieg die Zahl der geschlachteten Kühe in Bayern und Baden-Württemberg um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) berichtet. Mit 8.462 Tieren Mitte August wurde ein Höchstwert erreicht, der seit drei Jahren nicht mehr registriert wurde. Das Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft (BZL) stellte fest, dass vor allem Kühe mit geringerer Fleischigkeit, klassifiziert als Handelsklassen O und P, betroffen waren. Dies könnte darauf hindeuten, dass Landwirte vermehrt ältere und weniger produktive Tiere abgestoßen haben.
Rückgang bei den Schlachtzahlen in Bayern
Aktuelle Daten zeigen jedoch eine Entspannung im Süden Deutschlands: In Bayern sind die wöchentlichen Schlachtzahlen nach dem Höhepunkt von fast 6.000 Tieren vor drei Wochen zurückgegangen. In Kalenderwoche 36 sank die Zahl auf etwa 4.300 Tiere. Thomas Schmidt vom Bayerischen Bauernverband (BBV) erklärt dies durch kurzfristige Effekte wie die Anpassung der Bestände zu Beginn eines neuen Wirtschaftsjahres sowie Schwankungen aufgrund von Preis- und Futterbedingungen. Er erwartet gegen Jahresende einen leichten Anstieg, jedoch im normalen Rahmen.
Einfluss von Feiertagen auf Schlachtzahlen
Franz Mitterberger von der VVG weist auf kalendarische Besonderheiten hin: Der Feiertag am 15. August in Bayern führte dazu, dass die Schlachtzahlen in Kalenderwoche 33 aufgrund verkürzter Wochen verzerrt sind.
Gleichzeitig haben sich die Preise für geschlachtete Kühe R3 in Bayern leicht erholt und liegen nun bei 5,12 €/kg Schlachtgewicht.
Niedrigere Schlachtzahlen im Norden Deutschlands
Anders zeigt sich die Lage im Norden des Landes: Die Kuhschlachtungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern blieben unter dem Vorjahresniveau. Bundesweit stiegen die Schlachtungen von Anfang Juli bis Mitte August um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr an; im ersten Halbjahr waren es nur 1,2 Prozent. Dies führte zu einem Rückgang des durchschnittlichen Schlachtkuhpreises innerhalb von sieben Wochen von 5,75 €/kg auf 4,93 €/kg.
Stabile Zahlen bei anderen Tierkategorien
Bei Jungbullen, Färsen und Kälbern gab es laut BMEL keinen auffälligen Anstieg der Schlachtzahlen während der Hitzeperiode; diese lagen meist unter dem Vorjahresniveau. Sollte sich die Futterversorgung verschärfen, könnte dies jedoch zu einem Bestandsabbau führen.
