Anzeige
 

Nordirland: 51 Rinder auf Weide erschossen – Kritik an Behördenaktion

In Nordirland hat eine drastische Maßnahme des Landwirtschaftsministeriums für heftige Diskussionen gesorgt. Ende Juni wurden auf einer Weide nahe Fivemiletown in der Grafschaft Tyrone insgesamt 51 Rinder erschossen. Diese Aktion folgte auf ein Gerichtsurteil, das wegen Tierschutzverstößen die Entfernung und Tötung der Tiere anordnete. Die Durchführung in Sichtweite von Anwohnern führte zu erheblicher Kritik.

Hintergrund der Tötungsanordnung

Die Entscheidung, die Rinder zu töten, wurde nach einer früheren Verurteilung des Tierhalters gefällt. Ihm wurde das Eigentum an seinen Nutztieren entzogen, und er hatte drei Wochen Zeit, die Tiere zu veräußern oder anderweitig abzugeben. Dennoch waren bei Ankunft der Ministeriumsmitarbeiter noch 51 Tiere vor Ort.

Laut Landwirtschaftsminister Andrew Muir wäre es zwar vorzuziehen gewesen, die Tiere abzutransportieren und woanders einzuschläfern. Doch die Veterinäre hielten dies aufgrund fehlender Einrichtungen zum Zusammenführen und Fixieren der Rinder sowie deren Temperament für nicht praktikabel.

Probleme beim Abtransportversuch

Während der Aktion zeigte ein lokaler Landwirt Interesse am Kauf einiger Rinder, woraufhin die Tötungen kurzfristig gestoppt wurden. Der Versuch, die Tiere in einen LKW zu treiben, scheiterte jedoch und führte dazu, dass die Rinder auf eine öffentliche Straße gelangten und ein Sicherheitsrisiko darstellten. Letztlich mussten auch diese Tiere getötet werden.

Kritik an öffentlichen Hinrichtungen

Besonders kritisiert wurde, dass Teile der Tötung von Passanten beobachtet werden konnten. Trotz Bemühungen, weniger einsehbare Flächen zu nutzen, war eine vollständige Abschirmung nicht möglich. Die Ulster Farmers‘ Union zeigte sich schockiert und fordert nun eine unabhängige Untersuchung.

Muir verteidigte das Vorgehen seiner Mitarbeiter mit dem Hinweis, dass unter den gegebenen Umständen keine vernünftige Alternative bestanden habe. Eine externe Überprüfung des Vorfalls ist mittlerweile angeordnet worden.