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Italien investiert über 1 Mrd. Euro in Agrarwirtschaft trotz EU-Hürden

Italiens Premierministerin Giorgia Meloni plant eine finanzielle Stärkung der Landwirtschaft mit mehr als 1 Milliarde Euro bis zum Jahr 2028. Der Plan, bekannt als „Coltivaitalia“, wurde kürzlich von der italienischen Abgeordnetenkammer genehmigt, und es wird erwartet, dass der Senat nach der Sommerpause zustimmt. Diese Initiative steht jedoch vor der Herausforderung, mit dem EU-Recht in Einklang gebracht zu werden. Denn laut Artikel 107 Absatz 1 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union sind staatliche Beihilfen, die den Wettbewerb verzerren könnten, grundsätzlich verboten.

Fokus auf Rinderhaltung und Olivenanbau

Das italienische Landwirtschaftsministerium hat angekündigt, dass von den bereitgestellten Mitteln rund 970 Millionen Euro zur Erhöhung der Ernährungssouveränität eingesetzt werden sollen. Geplant ist, jeweils 300 Millionen Euro in essenzielle Lieferketten wie die Rinderhaltung und den Olivenanbau zu investieren. Ein Teil dieser Mittel soll zur Verbesserung der Selbstversorgung mit Rindfleisch genutzt werden. Zudem sieht ein sektoraler Aktionsplan vor, die Olivenindustrie bis 2030 strukturell zu beleben.

Zusätzlich sollen 70 Millionen Euro für Wertschöpfungsketten bereitgestellt werden, die unter besonderem Druck stehen. Dazu zählen Weichweizen, Gerste, Mais und Eiweißpflanzen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Resilienz in diesen Bereichen zu stärken.

Unterstützung für Junglandwirte

Einen weiteren Schwerpunkt legt die Regierung auf den Generationswechsel in der Agrarwirtschaft. Es sind staatliche Darlehen in Höhe von 150 Millionen Euro vorgesehen, um eine Verjüngung und Feminisierung des Sektors zu fördern. Junge Landwirte zwischen 18 und 41 Jahren sollen zudem für zehn Jahre pachtfreie Nutzungsrechte an über 8.000 Hektar Land erhalten. Nach dieser Frist besteht die Möglichkeit, das Land zum halben Marktwert zu erwerben.

Langanhaltende Stabilität im Getreidemarkt

Im Getreidesektor plant das Ministerium Maßnahmen zur Stabilisierung durch langfristige Verträge innerhalb der Weizenlieferkette. Dafür sind 10 Millionen Euro für Anreize vorgesehen. Diese sollen helfen, Marktvolatilitäten abzufedern und den Landwirten ein verlässliches Einkommen zu sichern.

Zusätzlich wird auch in die Diversifizierung investiert: Zur Förderung des Wein- und Olivenöltourismus stehen 9,2 Millionen Euro bereit.

Kampf gegen Pflanzenschädlinge

Einer besonderen Bedrohung für die Olivenproduktion will Italien mit einem Sonderbeauftragten entgegentreten: dem Feuerbakterium Xylella fastidiosa. Das Amt wird mit einem Budget von 3 Millionen Euro ausgestattet und soll bis 2028 arbeiten. Ziel ist es, die Ausbreitung des Bakteriums einzudämmen und Forschungen besser zu koordinieren.

Damit zeigt sich Italien entschlossen, seine Landwirtschaft umfassend zu unterstützen und gleichzeitig den Herausforderungen durch europäische Regularien entgegenzutreten.