Die Schweinehaltung in Brandenburg steht vor beispiellosen Herausforderungen, da die Zahl der Schweinehalter auf einen historischen Tiefstand gesunken ist. Nach vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung gibt es im Bundesland nur noch 105 Betriebe. Dies bedeutet einen Rückgang um mehr als die Hälfte innerhalb von 15 Jahren. Am 3. Mai 2026 wurden lediglich 529.000 Schweine gezählt, was den niedrigsten Stand seit 1990 markiert und einem Rückgang von 9,5 % innerhalb von sechs Monaten entspricht.
Rückgang in allen Altersgruppen sichtbar
Ein detaillierter Blick auf die Altersgruppen der Schweine zeigt eine durchweg negative Tendenz. Die Anzahl der Mastschweine fiel um 14,9 % auf 118.000 Tiere. Bei den Zuchtsauen gab es einen Rückgang um 8,9 %, was nun 56.000 Tiere sind. Auch bei den Ferkeln ist ein Rückgang zu verzeichnen, und zwar um 7,8 % auf derzeit 354.000 Tiere.
Sinkende Schlachtzahlen unterstreichen Abwärtstrend
Nicht nur die Bestandszahlen zeigen das Dilemma, auch die Anzahl der Schlachtungen ist rückläufig. Im Jahr 2025 wurden in Brandenburg nur 799.000 Schweine geschlachtet, so wenige wie seit 1991 nicht mehr. Dies stellt einen erheblichen Rückgang von 238.000 Tieren oder 23 % im Vergleich zum Vorjahr dar.
Tierseuchen und wirtschaftliche Hürden als Hauptursachen
Laut dem Landesbauernverband Brandenburg sind mehrere Faktoren für diesen dramatischen Einbruch verantwortlich. Seit dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Jahr 2020 und dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche Anfang 2025 kämpfen die Betriebe mit Verbringungsverboten und niedrigeren Erlösen aus Sperrzonen, was viele finanziell stark belastet hat.
Schließung des Schlachthofs Perleberg verschärft Lage
Erschwerend kommt die Schließung des Schlachthofs Perleberg im Dezember 2025 hinzu. Der Verband erklärt, dass nun lediglich ein größerer Schlachthof in Weißenfels, Sachsen-Anhalt zur Verfügung steht, was längere Transportwege und höhere Kosten bedeutet. Diese zusätzlichen Belastungen führten dazu, dass seit November 2025 rund 15 weitere Betriebe ihre Produktion einstellen mussten.
