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USDA prognostiziert stabile Zuckerbestände trotz Produktionseinbruch

Die globale Zuckerproduktion wird in der Saison 2026/27 voraussichtlich leicht zurückgehen, bleibt jedoch weiterhin gut gedeckt. Das US-Agrarministerium (USDA) prognostiziert eine Produktion von 184,85 Millionen Tonnen Zentrifugalzucker in Rohwert, was einem Rückgang von 1,21 Millionen Tonnen oder 0,7% im Vergleich zu 2025/26 entspricht. Während die Produktion in Thailand, der Europäischen Union und Brasilien abnimmt, wird in Indien ein Anstieg erwartet.

Rückläufiger Überschuss

Trotz des Produktionsrückgangs bleibt die Versorgungslage stabil. Die Nachfrage für die menschliche Ernährung wird sich laut USDA auf etwa 179,99 Millionen Tonnen belaufen, ähnlich wie im Vorjahr. Der Produktionsüberschuss könnte somit erstmals seit drei Jahren um 1,27 Millionen Tonnen auf 4,86 Millionen Tonnen sinken.

Trotz dieser Entwicklungen gehen Experten davon aus, dass die weltweiten Zuckerbestände zum Ende der Vermarktungsperiode bei 44,41 Millionen Tonnen liegen werden – ein Anstieg gegenüber den 43,52 Millionen Tonnen, die zu Beginn verzeichnet wurden. Damit könnte die weltweite Nachfrage rechnerisch für etwa 90 Tage gedeckt werden.

Anpassungen in den Hauptproduktionsländern

Einen signifikanten Anstieg der Zuckerproduktion erwartet das USDA in Indien mit einem Plus von 3,6 Millionen Tonnen, was einer Steigerung von 12% entspricht. Grund hierfür sind höhere Erträge und eine größere Anbaufläche. Im Gegensatz dazu sollen in Thailand die Zuckererträge um 1,76 Millionen Tonnen sinken; hier wirkt sich eine reduzierte Anbaufläche aufgrund staatlicher Preissenkungen zur Inflationskontrolle aus.

Auffällig ist auch der erwartete Rückgang der Zuckerproduktion innerhalb der EU auf nur noch 14,35 Millionen Tonnen, was einen Verlust von 7,5% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Verantwortlich sind unter anderem hohe Betriebskosten und niedrige Preise für Zuckerrüben.

Blick auf Brasilien und den globalen Handel

Laut USDA wird auch Brasiliens Zuckerproduktion leicht rückläufig sein und bei etwa 42,5 Millionen Tonnen liegen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass mehr Zuckerrohr zur Ethanolerzeugung verwendet wird – begünstigt durch eine staatlich angeordnete Erhöhung des Ethanolanteils im Benzin.

Daraus resultiert ein erwarteter Rückgang des globalen Exportangebots um 0,5%. Besonders Brasilien und die EU könnten ihre Exporte reduzieren: Brasiliens Exporte um 500.000 Tonnen, während die EU ihre Ausfuhren um 400.000 Tonnen senken könnte.

Niedrige Zuckerkurse setzen sich fort

An den Börsen bleiben die Zuckerpreise weiterhin niedrig. So wurde an der Intercontinental Exchange (ICE) in London der Augustkontrakt für Weißzucker zuletzt für rund $426 pro Tonne, entsprechend etwa €367, gehandelt. Ein Jahreshoch hatte sich Ende März 2026 bei etwa $468 pro Tonne eingestellt. Marktakteure erwarten bis Jahresende nur geringe Preissteigerungen mit einem Kurs von $428 pro Tonne für den Dezemberkontrakt 2026.