Die Milchpreise für Landwirte präsentieren sich im April mit einer deutlichen regionalen Divergenz. Während in Norddeutschland viele Molkereien die Preise angehoben haben, zeigen sich die Auszahlungen in Süddeutschland weitgehend stabil.
Regionale Unterschiede und Biomilchpreise
Laut dem Milchpreisspiegel sind die Preise für konventionell erzeugte Kuhmilch im Norden gestiegen, während sie im Süden konstant blieben. Bei Biomilch ist die Preisentwicklung uneinheitlich, dennoch liegen die Preise für Biomilch weiterhin deutlich über denen der konventionellen Milch. Im Februar erhielten Biobauern im Durchschnitt 27,5 Cent pro Kilogramm mehr als ihre Kollegen mit konventioneller Milchwirtschaft, wie offizielle BLE-Milchpreisdaten zeigen.
Rohstoffwerte und Nachfrageentwicklung
Trotz dieser Preisveränderungen bleibt ein starker Aufschwung am Milchmarkt aus. Der ife-Rohstoffwert für Milch, der aus den Erlösen von Butter und Magermilchpulver berechnet wird, stieg im April nur geringfügig um 0,2 Cent auf nun 39,6 Cent pro Kilogramm. Die Erlöse aus Butter sind zurückgegangen, während Milcheiweiß aufgrund eines Proteinbooms besser bezahlt wurde. Diese Entwicklungen führten zu gesunkenen Notierungen und Verbraucherpreisen für Butter, was laut Marktbeobachtern zumindest die Nachfrage stabilisierte.
Hohe Milchanlieferung belastet Preise
Ein Hauptproblem bleibt die hohe Milchanlieferungsmenge, die weiterhin über den Vorjahreswerten liegt und den Preis unter Druck setzt – nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU. Im März betrugen die Erzeugerpreise in der EU durchschnittlich 43,1 Cent pro Kilogramm und lagen damit um 0,8 Cent unter dem Februarwert, was einem Rückgang von 1,9 % entspricht.
Herausforderungen für Landwirte
Die sinkenden Preise belasten die Landwirte erheblich. Nach Berechnungen der AMI hat sich die Marge für deutsche Milchviehbetriebe bis März dieses Jahres um 14,8 Cent auf durchschnittlich 9,0 Cent pro Kilogramm Milch verringert. Daher ist es für Betriebe essenziell, Strategien zur Risikominderung zu entwickeln und beispielsweise durch Preisabsicherungen ihre Einnahmen zu stabilisieren.
