Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) hat ein herausforderndes Jahr 2025 hinter sich, das nicht den bisherigen Erfolgsjahren entsprach. Die Hauptversammlung, die am 21. April in der Flora Köln stattfand, legte den Fokus auf zukünftige Umstrukturierungen, um die Genossenschaft wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Wirtschaftliche Herausforderungen im Jahr 2025
Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von einem Rückgang beim Konzernumsatz auf etwa 2,6 Milliarden Euro, was sowohl preis- als auch mengenbedingt war. Im Vergleich zum Vorjahr mit 2,9 Milliarden Euro ist dies ein deutlicher Rückgang. Das operative Ergebnis sank auf 10,6 Millionen Euro, während der Gewinn vor Steuern mit 1,2 Millionen Euro knapp positiv blieb. Christoph Kempkes, Vorstandsvorsitzender der RWZ, erklärte, dass insbesondere das Einzelkundengeschäft mit Landwirten und Winzern unter den Erwartungen lag, obwohl positive Ergebnisse im Großhandel und der Agrartechnik erzielt wurden.
Bilanzen und Dividendenpolitik
Trotz des schwachen finanziellen Ergebnisses konnte Finanzvorstand Michael Göthner eine verbesserte Bilanzqualität durch Bestandsreduzierung und Schuldenabbau hervorheben, die die Eigenkapitalquote auf 22 Prozent ansteigen ließ. Zudem erhielt der Konzern vom Wirtschaftsprüfer KPMG ein uneingeschränktes Testat und auch die finanzierenden Banken bewerten das Unternehmen positiv. Auf dieser Grundlage wurde eine Dividende von 50 Cent je Aktie beschlossen.
Zukunftsstrategien für 2026
Die RWZ plant umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in ihren Strukturen und Prozessen. Kempkes betonte die Notwendigkeit schlankerer Strukturen und effizienterer Abläufe zwischen Zentrale und operativen Einheiten, um die Kosten zu senken. Der Vertrieb soll seine Fach- und Sortimentsexpertise noch besser an den Endkunden vermitteln können. Diese Anpassungen könnten ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Globale Einflüsse und strategische Partnerschaften
Kempkes äußerte sich besorgt über die derzeitigen globalen Konflikte im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf steigende Input-Kosten sowie schwache Entwicklungsprognosen bei Mengen und Preisen im Verkauf. Als Teil einer strategischen Neuausrichtung plant RWZ eine Zusammenarbeit mit der RW Kassel im Bereich der Agrartechnik als Juniorpartner von AGCO-Händlern. Dieser Zusammenschluss soll Synergien schaffen und regionale Stärken nutzen, ohne bestehende Netzwerke zu beeinträchtigen.
