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Gesetzesänderung erleichtert Antibiotikaverwendung für Milcherzeuger

Die jüngste Änderung im Tierarzneimittelgesetz (TAMG) bringt Erleichterung für Milchkuhhalter und Tierärzte: Seit dem 9. März 2026 wird die Berechnung der Therapietage von Kombinationsantibiotika im Antibiotikamonitoring angepasst. Diese Präparate, die zuvor mit einem höheren Faktor gewichtet wurden, zählen jetzt wie Einzelwirkstoffpräparate.

Änderungen im Antibiotikamonitoring

Mit der neuen Regelung werden Kombinationsantibiotika bei der Ermittlung der Therapietage nun nur noch mit dem Faktor 1 berücksichtigt, während sie zuvor mit dem Faktor 2 eingerechnet wurden. Dies bedeutet, dass Eutertuben oder Injektionspräparate mit mehreren Wirkstoffen nun als gleichwertig zu solchen mit einem Wirkstoff angesehen werden. Diese Anpassung soll den Milchkuhhaltern mehr Flexibilität bieten.

Auswirkungen auf Trockenstellpräparate

Das Trockenstellen von Kühen, ein gängiger Prozess in vielen Milchkuhbetrieben, nutzt antibiotische Präparate zum Schutz des Euters vor Infektionen wie Mastitis. Bisher wurden Präparate mit mehreren Wirkstoffen zusätzlich belastet, da jeder Wirkstoff mit einem Wichtungsfaktor multipliziert wurde. Vor der Gesetzesänderung bedeutete dies für Kombinationsprodukte eine zusätzliche Belastung bei der Therapiehäufigkeit.

Durch die Anpassung entfällt diese zusätzliche Gewichtung für Kombinationsprodukte. Sie werden nun ebenso wie Einzelwirkstoffpräparate berechnet, was die Anzahl der Therapietage für Betriebe reduziert.

Positive Resonanz aus der Landwirtschaft

Bisher führte die strenge Berechnung häufig dazu, dass viele Milchkuhhalter den Grenzwert für Therapietage überschritten und in Zusammenarbeit mit ihrer Tierarztpraxis gezwungen waren, alternative Maßnahmenpläne zu entwickeln. Dies führte oft dazu, dass bewährte Kombinationsantibiotika nicht mehr verwendet werden konnten.

Die aktuelle Anpassung wird von Landwirten und Tierärzten positiv aufgenommen, da sie mehr Spielraum in der Anwendung bewährter Produkte bietet. Nun liegt es an der HIT-Datenbank, diese Änderungen korrekt zu integrieren und umzusetzen.