Im Zuge der aktuellen Herausforderungen, mit denen die Baywa AG konfrontiert ist, sieht die Agravis Raiffeisen AG eine bedeutende Gelegenheit zur Expansion in Süddeutschland. Laut dem Münchner Merkur plant der Konzern, seine Marktstellung in Bayern und Baden-Württemberg zu stärken und damit die schwierige Lage seines Konkurrenten zu nutzen.
Strategische Ziele in Süddeutschland
Die Agravis Raiffeisen AG, der zweitgrößte Agrarhandelskonzern Deutschlands, hat bisher hauptsächlich in Nord-, West- und Ostdeutschland operiert. Jetzt richtet sie ihren Fokus verstärkt auf den süddeutschen Markt. Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis, sieht hierin eine strategische Möglichkeit, neue Marktanteile zu gewinnen. Der Großhandel mit Betriebsmitteln wie Saatgut sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel steht dabei im Vordergrund.
Kooperation mit Genossenschaften
Um ihre Präsenz zu verstärken, sucht die Agravis aktiv den Kontakt zu landwirtschaftlichen Genossenschaften im Süden. Ein bedeutendes Ziel ist es, bestehende Strukturen nicht zu gefährden. Daher verzichtet Agravis bewusst darauf, ein Direktgeschäft mit Landwirten aufzubauen, um nicht mit den lokalen Genossenschaften in Wettbewerb zu treten. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Handel als Großhändler für Getreide, Mais und Raps.
Vertrauenswürdige Partnerschaften
Laut Informationen des Münchner Merkurs haben sich bereits einige Kunden von Baywa an die Agravis gewandt, da sie nach neuen verlässlichen Partnern suchen. Dr. Dirk Köckler betont die Bedeutung von stabilen Geschäftsbeziehungen und bestätigt das Interesse von rund einem Dutzend Genossenschaften an einer Zusammenarbeit mit Agravis.
Infrastruktur und Personalaufbau
Um diesen Expansionskurs zu unterstützen, plant die Agravis den Ausbau ihrer Infrastruktur in Süddeutschland und stellt neues Personal ein – darunter auch ehemalige Mitarbeiter der Baywa AG. Mit gezielten Roadshows im südlichen Raum will das Unternehmen seine Bekanntheit weiter steigern und zusätzliche Kunden gewinnen.
