Anzeige
 

EU-Verordnung bedroht Landwirtschaft: Bürokratie statt Klimaschutz

Die Diskussion um die EU-Wiederherstellungsverordnung (W-VO) erreicht einen kritischen Punkt, da immer mehr Stimmen aus der Land- und Forstwirtschaft Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Ernährungssicherheit und den Aufbau klimaresilienter Wälder äußern. Die Kampagne #LandschafftZukunft! hebt hervor, dass ohne substanzielle Überarbeitung des Regelwerks weitreichende negative Folgen für die nachhaltige Nutzung von Wald-, Acker- und Grünlandflächen drohen.

Warnungen aus der Branche

Initiatoren der Kampagne betonen, dass die Verordnung zu faktischen Flächenstilllegungen führen könnte, während praxisferne Auflagen und ein Anstieg der Bürokratie zusätzliche Herausforderungen darstellen. Dies hätte nicht nur Konsequenzen für die Betriebe, sondern auch für die Verbraucher durch steigende Preise. Der Verband AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst fordern daher von der Bundesregierung, ihr Koalitionsversprechen einzulösen und sich für praktikable Lösungen einzusetzen.

Fehlender Praxisbezug

AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter kritisiert den Ansatz der Verordnung als verfehlt, da sie historische Lebensräume wiederherstellen wolle, ohne die aktuellen klimatischen Veränderungen angemessen zu berücksichtigen. Dies ignoriere nicht nur wertvolle forstwissenschaftliche Erkenntnisse, sondern gefährde auch den notwendigen Aufbau klimaresilienter Wälder. Er betont die Bedeutung des ländlichen Raums für die Zukunft des Landes und fordert mehr Gestaltungsspielraum anstelle eines Rückschritts zu veralteten Methoden.

Bürokratische Hürden

Max von Elverfeldt von den Familienbetrieben Land und Forst warnt vor einem neuen Bürokratiemonster, das durch die W-VO entstehen könnte. Neben dem Entzug von landwirtschaftlichen Flächen würde dies auch die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen sowie die geopolitische Unabhängigkeit gefährden. Während Klimaschutzziele grundsätzlich geteilt werden, sei dieser Weg nicht zielführend.

Kritik auf politischer Ebene

Auf europäischer Ebene wird ebenfalls Kritik laut: Elf Bundesländer äußerten ihre Bedenken auf der Agrarministerkonferenz 2025. Sie bemängelten unter anderem die unzureichende finanzielle Ausstattung und unrealistische Zeitvorgaben der Verordnung sowie deren kontraproduktive Auswirkungen auf Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald.

Die Kampagne #LandschafftZukunft! setzt sich dafür ein, dass diese Verordnung grundlegend überarbeitet wird. Nur so könne eine zukunftsfähige Bewirtschaftung gewährleistet werden, die sowohl ökologischen als auch ökonomischen Anforderungen gerecht wird.