In Singapur ist kürzlich die weltweit höchste vertikale Farm eröffnet worden, mit dem ehrgeizigen Ziel, jährlich 2.000 Tonnen Gemüse zu produzieren. Diese beeindruckende Anlage zeigt das Potenzial moderner Agrartechnologie auf eindrucksvolle Weise und könnte die Zukunft des Gemüseanbaus weltweit beeinflussen.
Effizienzsteigerung durch vertikale Anbaumethoden
Die fünfstöckige Anlage des Unternehmens Greenphyto übertrifft konventionelle Landwirtschaft in Bezug auf Flächeneffizienz um ein Vielfaches. Laut Berichten erreicht sie etwa das 45-fache des Ertrags, den traditionelle Anbaumethoden auf derselben Fläche liefern könnten. Dies wird durch innovative Techniken wie künstliche Intelligenz und Robotik ermöglicht.
Automatisierung und Fachkräfte
Die Farm ist weitgehend automatisiert: Roboter und Sensoren übernehmen Aufgaben vom Säen bis zur Ernte. Dennoch bleibt der menschliche Faktor nicht außen vor. Statt Landwirten sind es nun Techniker und Softwareentwickler, die den Betrieb am Laufen halten. Auf einer Anbaufläche von 2 Hektar arbeiten nur noch 70 Personen, was einen Bruchteil der Arbeitskraft herkömmlicher Methoden darstellt.
Ein neues Ökosystem fördern
Susan Chong, die Gründerin von Greenphyto, betont, dass das Ziel nicht darin besteht, Bauern zu ersetzen, sondern ein neues landwirtschaftliches Ökosystem zu schaffen, das lokale Gemeinschaften stärkt. In einem Stadtstaat wie Singapur, wo weniger als 1 % der Landesfläche für Landwirtschaft genutzt werden kann, könnte dies entscheidend sein.
Anpassung an den Marktbedarf
Greenphyto setzt auf ein Make-to-Order-Prinzip, um Überproduktion zu vermeiden. Das bedeutet, dass Gemüse erst dann angebaut wird, wenn konkrete Bestellungen vorliegen. Diese Vorgehensweise minimiert nicht nur Verluste durch Ernteausfälle, sondern passt sich auch flexibel an Nachfrageänderungen an.
Zukunftsweisende Technologien
Mit insgesamt 69 angemeldeten Patenten will Greenphyto seine Technologien global vermarkten. Ein Beispiel ist ein intelligentes LED-Beleuchtungssystem zur gezielten Lichtsteuerung nach Pflanzenbedürfnissen. Diese Innovationen sollen zukünftig nicht nur in Singapur, sondern auch international verfügbar gemacht werden.
Sowohl Malaysia als auch die Niederlande sind bereits als Standorte für neue Büros vorgesehen, um die Verbreitung dieser neuen Farming-Technologien zu unterstützen.
