Zu Beginn des Jahres 2026 stehen europäische Landwirte vor einer herausfordernden Marktlage, da die Preise für Mais und Weizen nahezu auf gleichem Niveau liegen. Während Weizen bei knapp 191,50 €/t verharrt, hat der Preis für Mais ebenfalls diese Marke erreicht. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die angespannte Marktversorgung und geopolitische Unsicherheiten zurückzuführen.
Geopolitische Spannungen beeinflussen Getreidemärkte
Die Unsicherheiten in der weltweiten Politik haben einen deutlichen Einfluss auf die Agrarmärkte. Der anhaltende Konflikt in der Ukraine nach vier Jahren Krieg und die Frage nach Chinas Rückkehr auf den Getreidemarkt sind zwei große Unbekannte, die das Jahr 2026 prägen werden. Die Hoffnung auf Frieden, die Ende 2025 aufkeimte, wurde durch verstärkte russische Luftangriffe im Schwarzmeerraum wieder getrübt. Dies führte zu einem Anstieg der Risikoprämien in dieser Region.
Zudem haben trockenes Wetter im Mittleren Westen der USA und niedrige Niederschlagsprognosen zur Erholung der Weizenpreise beigetragen. Dennoch bleibt die Konkurrenz durch russischen und argentinischen Weizen eine Herausforderung für den internationalen Markt.
Ökonomische Herausforderungen für Landwirte
Landwirte sehen sich weiterhin mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, da die niedrigen Getreidepreise in Westeuropa oft nicht ausreichen, um die Produktionskosten zu decken. Analysten wie Damien Vercambre von Inter-Courtage betonen, dass das Jahr 2025 zwar eine gute Ernte hervorgebracht hat, aber wirtschaftlich schwierig war.
Laut einem Bericht der UBS-Bank lagen die realen Getreidepreise 2025 nahe ihren Tiefstständen der letzten vierzig Jahre. Für die Jahre 2026–2027 wird ein leichter Rückgang des Anbaus erwartet, was vor allem durch das verlangsamte Wachstum der Anbauflächen in den USA und Brasilien bedingt ist.
Maisnachfrage bleibt hoch
Die Nachfrage nach Mais bleibt weltweit hoch, während die Bestände sinken. Sébastien Poncelet von Argus Media hebt hervor, dass US-Maisexporte derzeit florieren. Dies liegt daran, dass die USA als einziges Land noch große Mengen vorrätig haben und die Ukraine als Hauptlieferant der Europäischen Union ihre Exporte deutlich reduziert hat.
Die weiteren Entwicklungen im Maismarkt hängen stark von der Lage in der Ukraine ab, einem der größten Maisexporteure weltweit. Stromausfälle und andere infrastrukturelle Probleme belasten weiterhin die Lieferketten des Sektors.
Zukunftsaussichten für Landwirte
Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Signale: Die europäischen Exporte von französischem Mais könnten im Wirtschaftsjahr 2025/26 fast 4 Millionen Tonnen erreichen – ein Niveau, das zuletzt im Wirtschaftsjahr 2021/22 verzeichnet wurde. Zudem wird gespannt auf mögliche Verhandlungen zwischen Kanada und China geschaut, bei denen es um eine Wiederaufnahme kanadischer Raps-Exporte geht.
Für Landwirte bleibt es entscheidend, Markttrends genau zu beobachten und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Die Veröffentlichung des monatlichen Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) könnte weitere Hinweise darauf geben, wie sich Anbauflächen und Produktionsprognosen entwickeln werden.
