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TBC-Bedrohung in Vorarlberg: Landwirte kämpfen gegen Infektionsdruck

In Vorarlberg sind die Landwirte mit einer besorgniserregenden Situation konfrontiert, da Rindertuberkulose (TBC) vermehrt aufgetreten ist. Besonders betroffen ist der Bregenzerwald, wo kürzlich ein kompletter Rinderbestand aufgrund positiver TBC-Tests getötet werden musste. Dies stellt für den betroffenen Betrieb nicht nur einen erheblichen wirtschaftlichen Verlust dar, sondern auch eine immense emotionale Belastung.

Zunehmende TBC-Fälle in Vorarlberg

Die Behörden des Landes Vorarlberg hatten bereits Ende des letzten Jahres angekündigt, Tausende von Rindern auf TBC zu testen, nachdem in den Alpenregionen Montafon und Bregenzerwald vermehrt Infektionen festgestellt wurden. Als Hauptüberträger der Krankheit wird das Rotwild identifiziert. Die Maßnahmen sollten helfen, den Infektionsdruck zu mindern und die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Massentötung: Ein schwerer Schicksalsschlag

Anfang Januar 2026 wurden alle 55 Rinder eines Hofes getötet, nachdem bei Tests 25 Tiere positiv reagiert hatten. Aufgrund der hohen Anzahl an Reagenten entschied die Veterinärbehörde in Abstimmung mit dem Bundesministerium, den gesamten Bestand zu eliminieren. Landesrat Christian Gantner hob die Schwere dieser Maßnahme hervor und wies darauf hin, dass neben den finanziellen Schäden auch das emotionale Leid enorm sei. Entschädigungszahlungen sollen zumindest die wirtschaftlichen Folgen abfedern.

Einschränkungen und Maßnahmen für weitere Betriebe

Derzeit sind vier weitere Betriebe im Bregenzerwald gesperrt. In einem Fall wurde bereits im September ein TBC-Verdacht bestätigt. Die Nachuntersuchung könnte noch im Januar zur Freigabe führen. Bei den anderen drei Höfen wurden verdächtige Tiere identifiziert, weshalb nur diese entnommen werden. Der Restbestand bleibt jedoch für etwa vier Monate gesperrt, um eine mögliche Verbreitung der Krankheit zu verhindern.

Forderungen an die Jägerschaft

Josef Moosbrugger von der Landwirtschaftskammer Österreich fordert mehr Engagement seitens der Jäger, um die Tuberkulose-Epidemie einzudämmen. Er kritisiert eine Diskrepanz zwischen den Berichten der Jägerschaft und der Realität der Neuinfektionen und fordert gezielte Maßnahmen zur Reduzierung von Infektionsherden in den Wildbeständen.

Sanktionen für unzureichende Jagdmaßnahmen

Das Vorarlberger Jagdgesetz sieht finanzielle Strafen bis zu 7.000 Euro für Jäger vor, die ihre Abschussquoten nicht erfüllen. Wiederholungstäter können mit dem Entzug ihrer Jagdkarte oder einem Ausschluss von der Jagdausübung rechnen. Moosbrugger betont die Dringlichkeit gemeinsamer Anstrengungen zur Bekämpfung von TBC bei Wildtieren.

Auswirkungen auf die Alpwirtschaft

Die jüngsten TBC-Fälle könnten auch weitreichende Konsequenzen für die Alpwirtschaft haben. Martin Rusch vom Amt der Landesregierung äußerte Bedenken darüber, dass möglicherweise weniger Tiere zum Sömmern auf die Alpen gebracht werden. Schon vor einem Jahrzehnt begannen Bauern aus der Schweiz und Liechtenstein aufgrund ähnlicher Risiken ihre Tiere zurückzuhalten.

Fortschritte bei den Untersuchungen

Bisher wurde etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe im TBC-Bekämpfungsgebiet untersucht. Die Landesveterinärbehörde plant, diese Untersuchungen bis Ende Februar abzuschließen. Seit Mitte Dezember 2025 waren keine weiteren Sperrungen notwendig.

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