Anzeige
 

Mercosur-Abkommen: LsV warnt vor Bedrohung für deutsche Bauern

Das Mercosur-Abkommen steht kurz vor dem Abschluss und könnte für deutsche Landwirte weitreichende Konsequenzen mit sich bringen. Die landwirtschaftliche Gemeinschaft, vertreten durch das Bündnis „Land-schafft-Verbindung“ (LsV), plant am 8. Januar landesweite Protestaktionen, um auf die drohenden Gefahren hinzuweisen und politische Veränderungen zu fordern.

Proteste gegen das Mercosur-Abkommen

Nach Aussagen von LsV könnte das Freihandelsabkommen die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Lage der europäischen Landwirtschaft weiter verschärfen. Die Landwirte sehen ihre Existenz bedroht, da die Erzeugerpreise nicht mehr ausreichen, um die stetig steigenden Kosten für Energie, Dünger und Maschinen zu decken. Hinzu kommen steigende Löhne sowie teure Umwelt- und Klimaschutzauflagen.

Die geplanten Protestaktionen umfassen Blockaden von Autobahnzufahrten in ganz Deutschland, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen könnte. Pendler sollten sich auf längere Fahrzeiten einstellen.

Unfairer Wettbewerb durch Agrarimporte

Laut LsV öffnet das Abkommen den europäischen Markt für Importe aus den Mercosur-Staaten, die häufig nicht den strengen Produktionsstandards entsprechen, die in Europa gelten. Die Vorwürfe gegen die Mercosur-Länder sind vielfältig: Einsatz von Wachstumshormonen in der Fleischproduktion, Chlorbehandlung von Geflügelfleisch und der Einsatz verbotener Pflanzenschutzmittel stehen im Raum. Diese Praktiken widersprächen den hohen europäischen Standards im Umwelt-, Klima-, Tier- und Verbraucherschutz und könnten einen zusätzlichen Preisdruck auf heimische Produzenten ausüben.

Forderungen an die Bundesregierung

Angesichts dieser Bedenken fordert LsV die Bundesregierung auf, das Abkommen entweder abzulehnen oder es mit strengen Standards nachzubessern. Sollte keine faire Wettbewerbsbedingung erreicht werden können, solle Deutschland seine Zustimmung verweigern. Diese Maßnahmen sollen den Fortbestand der deutschen Landwirtschaft sichern und einen gerechten Markt schaffen.

Weitere Nachrichten aus der Politik

Landwirte zweifeln an neuer Agrarpolitik

Die Internationale Grüne Woche hat in diesem Jahr nicht nur ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert, sondern auch als Plattform für Diskussionen über die...

EU-Agrarminister fordern raschen Notfallplan gegen Milchkrise

Die angespannte wirtschaftliche Situation der europäischen Landwirte war kürzlich Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen den EU-Agrarministern und der EU-Kommission. Die sinkenden Preise für...

EU-Indien-Deal: Neue Märkte für Spezialitäten, Autozölle sinken drastisch

Die Europäische Union und Indien haben nach zwei Jahrzehnten intensiver Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen finalisiert. Dieses Abkommen, welches als das bisher umfangreichste...

Ostdeutsche Agrarminister lehnen EU-Pläne zur GAP-Kürzung ab

Die Diskussion um die künftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sorgt in Ostdeutschland für erhebliche Unruhe. Die Agrarminister der...

Von der Leyen in Indien: EU vor Handelsabkommen ohne Landwirtschaft

Die Europäische Union steht möglicherweise kurz vor dem Abschluss eines neuen Handelsabkommens mit Indien, doch die Landwirtschaft bleibt vorerst außen vor. EU-Kommissionspräsidentin...