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Neue Dokumentationspflichten für Pflanzenschutz ab 2026: Das ändert sich

Landwirte müssen sich ab dem 1. Januar 2026 auf neue Vorgaben bei der Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen einstellen. Eine wesentliche Änderung ist die Frist: Anwendungen sollen nun möglichst unmittelbar oder spätestens innerhalb von 30 Tagen dokumentiert werden.

Neue Anforderungen an die Dokumentation

Zusätzlich zu den bisherigen Angaben wird es erforderlich sein, neue Informationen in die Aufzeichnungen aufzunehmen. Dazu gehört unter anderem die Verwendung des EPPO-Codes, einem internationalen Standard für landwirtschaftliche Kulturen. Dieser Code basiert auf den lateinischen Namen der Pflanzen und ist bereits in vielen digitalen Schlagkarteien integriert. Beispiele sind ZEAMX für Mais und HORVW für Wintergerste.

Für Landwirte bedeutet dies, dass sie ihre Prozesse zur Erfassung und Pflege dieser Daten anpassen müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Eine deutschsprachige Übersicht über die wichtigsten mitteleuropäischen Kulturen kann auf der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingesehen werden.

Umstellung auf digitale Dokumentation bis 2027

Ursprünglich sah die EU-Verordnung (EU) 23/564 vor, dass ab 2026 alle Aufzeichnungen digital und maschinenlesbar erfolgen müssen. Doch wurde kürzlich bekannt, dass die Bundesregierung eine einjährige Fristverlängerung gewährt hat. Somit müssen Landwirte diese Umstellung erst bis zum 1. Januar 2027 vollziehen.

Für Betriebe bedeutet dies, dass noch etwas Zeit bleibt, um geeignete digitale Tools wie Ackerschlagkarteien zu implementieren. Einige Bundesländer planen zudem, eigene Softwarelösungen für die Dokumentation bereitzustellen, darunter auch Nordrhein-Westfalen.

Anpassungsbedarf und Unterstützungsmöglichkeiten

Obwohl diese Änderungen zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen können, bieten sie auch Chancen für eine effizientere Betriebsführung durch den Einsatz moderner Technologien. Landwirte sollten sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und prüfen, welche Tools am besten zu ihren betrieblichen Abläufen passen.

Die rechtzeitige Vorbereitung auf diese Veränderungen und die Nutzung der bereitgestellten Ressourcen könnten dazu beitragen, den Übergang zu erleichtern und mögliche Nachteile zu minimieren. Es bleibt abzuwarten, wie Landwirte diese neuen Anforderungen in ihre Praxis integrieren werden und welche Unterstützung sie von staatlicher Seite erhalten können.

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