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Kubota prüft Verlagerung von Montagearbeiten nach Polen

Der japanische Landtechnikhersteller Kubota sorgt derzeit in Nieder-Roden im Landkreis Offenbach für Unsicherheit. Nach Medienberichten könnten bis zu 100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren, da die Montage von Traktorenausstattungen in Zukunft nach Polen verlagert werden soll.

Am Standort Nieder-Roden werden spezielle Bauteile für Kubota-Traktoren montiert. Nach Einschätzung der IG Metall ist nicht nur ein Teil der Belegschaft betroffen, sondern es könnten langfristig sogar alle rund 200 Stellen gefährdet sein. Kubota widerspricht dieser Darstellung und betont, dass die Gesamtzahl der betroffenen Arbeitsplätze voraussichtlich deutlich geringer ausfallen werde. Zudem sei die Zukunft des Standorts als Ganzes nicht infrage gestellt.

Hintergrund ist eine Vereinbarung aus dem November 2024, die die Arbeitsplätze nur bis Ende Februar 2026 absichert. Ende Mai teilte das Unternehmen mit, dass Montage, Logistik und Endkontrolle schrittweise bis September 2026 an einen externen Dienstleister in Polen übertragen werden sollen. Diese Ankündigung führte zu Protestaktionen und Warnstreiks der Gewerkschaft.

Das Unternehmen verweist auf wirtschaftliche Gründe für die geplante Maßnahme. Die Entscheidung sei von der europäischen Unternehmensführung getroffen worden. Nach Angaben der IG Metall rechnet Kubota mit Einsparungen von rund 3,5 Millionen Euro durch die Zusammenarbeit mit dem polnischen Partner. Niedrigere Löhne und geringere Energiekosten im Nachbarland spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Die Lage am Standort Nieder-Roden bleibt damit angespannt. Offiziell versichert das Unternehmen zwar, dass der Betrieb nicht insgesamt gefährdet sei, doch die Perspektiven der Beschäftigten über das Jahr 2026 hinaus sind weiterhin unklar.

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