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Chinas Geflügelexporte überschwemmen Europa

Der europäische Geflügelmarkt steht unter zunehmendem Druck durch den Anstieg der Geflügelproduktion in China. In den vergangenen sechs Jahren verzeichnete das Land eine Steigerung von 3 Millionen Tonnen, was die Exporte nach Europa erheblich erhöhte.

Chinesische Geflügelproduktion steigt rasant

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums produzierte China im letzten Jahr 17,3 Millionen Tonnen Geflügelfleisch. Adam Sojka, CEO der Drosed Group, berichtete der polnischen Publikation Puls Biznesu, dass die Exporte von chinesischem Geflügelfleisch nach Europa im Jahr 2020 bei 20.000 Tonnen lagen und im vergangenen Jahr auf 150.000 Tonnen anstiegen.

Der europäische Markt sieht sich mit einer Flut von günstigem Geflügelfleisch aus China konfrontiert, das zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen angeboten wird. Lokale Marktbeobachter äußerten Bedenken hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit Europas für diese Mengen.

Ehemals bedeutender Exportmarkt für die EU

China stellte früher einen wichtigen Absatzmarkt für europäische Geflügelexporteure dar. Die polnische Geflügelindustrie hatte über Jahre hinweg versucht, den Zugang zum lukrativen chinesischen Markt zurückzugewinnen. Dieser war 2020 aufgrund von Vogelgrippeausbrüchen in Polen geschlossen worden.

Puls Biznesu berichtete, dass polnische Geflügelexporte nach China einst einen Wert von bis zu 55 Millionen Euro jährlich erreichten. Seit den Restriktionen hat China jedoch seine eigene Produktion auf ein Niveau gesteigert, das dem polnischen Jahresoutput entspricht.

Krise des Überangebots in China

Im Jahr 2025 sah sich Chinas Geflügelindustrie einer Überangebotskrise gegenüber, was das Land dazu veranlasste, seine Exporte zu intensivieren. Neben Europa trifft dies auch andere Märkte; so beklagen russische Züchter seit Anfang 2026 einen signifikanten Anstieg der Importe aus China.

Die EU erwartet eine Fortsetzung des Wachstums chinesischer Exporte nach Europa, da immer mehr chinesische Verarbeitungsbetriebe Zertifizierungen erhalten. Europäische Landwirte kritisieren die neuen Lizenzierungspraktiken als Mitursache für den Anstieg dieser Exporte.

Zertifizierungen und Marktzugang

Laut Adam Sojka erlaubt die EU mittlerweile beinahe 70 chinesischen Werken den Export in europäische Länder. Ursprünglich wurden diese Betriebe von den EU-Behörden zertifiziert; inzwischen haben jedoch auch chinesische Behörden die Möglichkeit zur Erteilung von Exportgenehmigungen erhalten.

Europäische Regulierungsbehörden stehen vor der Herausforderung, das Wachstum der chinesischen Exporte zu kontrollieren, da sie nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben. Diese Dynamik entzieht sich weitgehend der effektiven Kontrolle durch europäische Tierärzte, so Sojka weiter.