Anzeige
 

Käse treibt globalen Milchhandel: EU führt, USA holt auf

Der weltweite Handel mit Milchprodukten zeigt weiterhin eine positive Entwicklung, wobei der Schwerpunkt auf Käse liegt. Von 2017 bis 2025 stieg das Handelsvolumen um 11 % auf insgesamt 101 Milliarden Kilogramm, was einer jährlichen Wachstumsrate von rund 2 % entspricht. Die Europäische Union bleibt mit einem Anteil von 27 % führend im Milchexport, dicht gefolgt von Neuseeland mit 22 %. Allerdings verliert die EU allmählich Anteile, während Länder wie die USA, Argentinien und Uruguay ihre Positionen stärken, so die aktuelle Analyse der Rabobank in ihrer „World Dairy Map 2026“.

Käse als Wachstumstreiber

Käse erweist sich als besonders dynamischer Faktor im Milchproduktsektor. Der globale Handel mit Käse wuchs zwischen 2017 und 2025 um etwa 40 % und erreichte nahezu 9 Milliarden Kilogramm. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Zunahme von 3,3 %. In den letzten Jahren beschleunigte sich das Wachstum erheblich: Zwischen 2024 und 2025 verdoppelte sich die Wachstumsrate aufgrund eines umfangreichen Milchangebots aus Schlüsselmärkten sowie einer stabilen Nachfrage weltweit.

Unterschiedliche Trends sind bei den einzelnen Milchproduktkategorien zu beobachten: Einige Produkte verzeichnen Wachstum, während andere stagnieren oder einen Rückgang erleiden.

Stärkere Fokussierung auf Käse in Europa

Sowohl die USA als auch Argentinien konnten ihre Käseexporte seit 2017 verdoppeln. Die USA rangieren nun hinter der EU und dem Vereinigten Königreich an zweiter Stelle der globalen Käseexporteure. Gleichzeitig intensiviert die EU ihre Bemühungen im Bereich der Käseproduktion: Zwischen 2017 und 2025 stieg die Milchproduktion um 5 %, während die Käseproduktion um 9 % und die Exporte um 12 % zunahmen. Dies unterstreicht laut Rabobank-Analysten den hohen Stellenwert von europäischem Käse auf internationalen Märkten.

Anstieg bei Butterexporten aus den USA

Anders sieht es beim Milchpulver aus, dessen Handelsvolumen kaum gestiegen ist. Dafür legten die Butterexporte insbesondere aus den USA stark zu: Innerhalb eines Jahres erhöhten sie sich von 45.000 Tonnen im Jahr 2024 auf beeindruckende 123.000 Tonnen im Jahr 2025, fast eine Verdreifachung. Molke bleibt volumenseitig ein kleiner Markt, konnte jedoch durch den Trend hin zu proteinreicher Ernährung zuletzt einen deutlichen Wertanstieg verzeichnen.

Erschließung neuer Absatzmärkte

Zwar bleibt China der größte Importeur von Milchprodukten weltweit, doch aufgrund steigender Eigenproduktion des Landes gehen die Importe zurück. Exporteure richten daher ihren Blick verstärkt auf Regionen wie den Nahen Osten, Südostasien und Brasilien.

Laut Rabobank wird das Wachstum des globalen Milchhandels in den kommenden Jahren voraussichtlich bei durchschnittlich 2 % liegen. Besonders vielversprechend erscheinen für Analysten hierbei die USA und Argentinien als potenzielle Lieferanten des zusätzlichen Angebots. Europa hingegen könnte durch strengere Produktionsvorschriften eingeschränkt werden.