Ab dem 1. Mai wird Russland kein kasachisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie in Schwedt transportieren, wie der russische Vizepremierminister Alexander Nowak angedeutet hat. Diese Entscheidung könnte die Energieversorgung Deutschlands betreffen, da Schwedt bislang einen erheblichen Teil seines Rohöls von Kasachstan bezog, nachdem Deutschland auf russisches Öl verzichtete.
Umleitung auf alternative Logistikwege
Kasachstan plant, das Rohöl ab Mai auf andere Logistikwege umzuleiten, jedoch wurden bisher keine konkreten Alternativen genannt. Der russische Vizepremier erklärte, dass dies auf die aktuellen technischen Kapazitäten zurückzuführen sei und betonte, dass Russland nicht als Transitland fungieren möchte, da Deutschland ohnehin auf russisches Öl verzichtet habe.
Versorgungssicherheit in Deutschland
Trotz des drohenden Lieferstopps sieht die Bundesnetzagentur keine akute Gefährdung der Versorgungssicherheit. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist zuversichtlich, dass die Raffinerie in Schwedt weiterhin Rohöl erhalten und ihre Produktion beibehalten kann. Allerdings könnte die Anlage vorübergehend mit einer geringeren Kapazität betrieben werden müssen.
Alternative Öllieferungen über Polen
Die Bundesregierung steht derzeit in Verhandlungen mit Polen, um die Öllieferungen über den Hafen in Danzig zu erhöhen. Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, nannte Danzig und Rostock als mögliche alternative Lieferwege. Die Umsetzung bedarf jedoch sorgfältiger Planung.
Reaktionen aus Brandenburg und Kasachstan
Der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke äußerte Verständnis für technische Probleme als Grund für den Lieferstopp und hofft auf eine Fortführung der bisherigen Partnerschaft mit Moskau. Der kasachische Energieminister Jerlan Akkenschenow bestätigte informelle Informationen über den Stopp des Transits durch Russland und verwies auf technische Schwierigkeiten als Ursache.
Kasachstan beabsichtigt nicht, seine Fördermenge zu reduzieren und prüft alternative Routen für den Export seines Öls. Sobald technische Probleme gelöst sind, soll der Transit wieder aufgenommen werden.
